Kochel am SeeKesselbergrennen vor dem Aus?

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Der Geschwindigkeitsrausch beim Kesselbergrennen sorgt für Missmut. Das Landratsamt stellt nun künftige Genehmigungen in Frage.

I. Meixner

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Elf Mal wurde der Streckenrekord von Hans Stuck aus dem Jahr 1936 beim diesjährigen Kocheler Kesselbergrennen unterboten. In 3:09 Minuten raste Prinz Leopold von Bayern den Berg als Schnellster hinauf. Georg Fischhaber, Leiter des Verkehrsreferats des Landratsamts Bad Tölz-Wolfratshausen, sprach die Genehmigung für das Rennen aus.

Elf Mal wurde der Bergrekord von Hans Stuck aus dem Jahr 1936 unterboten. Das sorgt im Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen für Missmut.
Elf Mal wurde der Bergrekord von Hans Stuck aus dem Jahr 1936 unterboten. Das sorgt im Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen für Missmut. Hartmut Pöstges

SZ: Auf der einen Seite warnt die Polizei vor der hohen Unfallgefahr am Kesselberg, auf der anderen Seite rasen die Teilnehmer des Kesselbergrennens die Strecke hinauf. Wie passt das zusammen?

Georg Fischhaber: Die Genehmigungspraxis steht nach dem Wochenende in einem anderen Licht. Der Kesselberg ist eine gefährliche Strecke, das belegen die Unfallzahlen. Wir haben den Organisatoren zur Auflage gemacht, dass die Veranstaltung keinen Renncharakter haben darf. Die Verkehrsregeln gelten auch während des Events. In der Presse habe ich sehr viel von Streckenrekorden gelesen. Wenn das zutrifft, ist es nicht möglich, dass sich die Fahrer an die Verkehrsregeln gehalten haben. In diesem Fall müssen wir uns überlegen, wie wir mit derlei Anträgen künftig umgehen.

SZ: Heißt das, Sie werden solche Veranstaltungen in Zukunft nicht mehr erlauben?

Fischhaber: Das entscheidet das Landratsamt nicht alleine, sondern mit der Gemeinde Kochel, der Polizei und der Regierung von Oberbayern. Wir haben beschlossen, bis 2012 je eine Veranstaltung pro Jahr am Kesselberg zuzulassen, dann ziehen wir Resümee. Wenn es allerdings stimmt, was in der Presse steht, werden solche Veranstaltungen künftig wohl schwerer genehmigt.

SZ: Wie groß ist der Aufwand, den Kesselberg für einen Tag zu sperren?

Fischhaber: Veranstaltungen am Kesselberg sind nicht unumstritten. Die Bundesstraße ist eine wichtige Verbindung von Norden nach Süden. Die Autos müssen über die Autobahn umgeleitet werden, Urfeld ist einen Tag lang abgeschnitten. Die letzten drei Veranstaltungen waren jedoch gut angekündigt und es gab kaum Beschwerden wegen der Umleitungen.

SZ: Warum zieht ausgerechnet der Kesselberg so viele Motorsportfans an?

Fischhaber: Der Kesselberg ist bei den Motorradfans bekannt. Die letzten Veranstaltungen haben sicher das Interesse erhöht. Die Strecke ist kurvenreich und liegt landschaftlich herrlich zwischen Kochel- und Walchensee. Ich finde es schade, dass der Kesselberg für Rasereien missbraucht wird; dadurch werden die normal fahrenden Teilnehmer bestraft.

© SZ vom 10.05.2011 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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