Die Kesselbergstrecke mit ihren vielen Kehren ist ein Hotspot für Motorradfahrer - und sorgt deshalb seit Jahren für Ärger in der Gemeinde Kochel am See. "Der Kesselberg hat wieder massiv negative Schlagzeilen gemacht", sagte Bürgermeister Thomas Holz (CSU) in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Es vergehe kaum eine Woche ohne Motorradunfall. Die Bergung der oft Schwerverletzten stelle für die ehrenamtlichen Rettungskräfte eine große psychische Belastung dar. Dazu kämen "Begleiterscheinungen" wie Lärm und Raserei auf Zufahrtsstrecken wie der Pessenbacher Höhe, weil Motorradfahrer den Kesselberg als "private Rennstrecke" missbrauchten. Für Bürgermeister Holz ist das Maß voll, er forderte am Dienstag strengere Maßnahmen.
Die Zuständigkeit liegt allerdings nicht bei der Gemeinde, weil die B11 am Kesselberg eine Bundesstraße ist. Man stehe aber in ständigem Kontakt mit Polizei und Landratsamt, sagte Holz. Einiges sei in den vergangenen Jahren bereits gemacht worden: So gelte ein Überholverbot auf der gesamten Strecke, auch Fahrbahnteiler wurden eingebaut. Die Effekte dieser Maßnahmen, die über einen längeren Zeitraum von den Fachbehörden evaluiert worden seien, sind Holz zufolge allerdings ernüchternd. "Bauliche Maßnahmen haben nicht die gewünschte Wirkung erzielt". Die Unfälle seien nicht weniger geworden, auch eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer habe durch die Fahrbahnteiler nicht reduziert werden können. "Wir müsse andere Wege gehen", forderte Holz.
Welche das sein könnten, werde bei einem Termin mit der Unfallkommission Ende des Jahres beraten. Viele Möglichkeiten gibt es nicht mehr, denn bereits jetzt gilt auf der gesamten Strecke neben dem Überholverbot eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 60 Stundenkilometer. Außerdem ist an Wochenenden und Feiertagen die Auffahrt von Kochel aus für Motorradfahrer verboten.
