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Keine Parkgarage:Blechlawinengefahr

Parkhaus Barlgarage Berufsschule Gymnasium

Zu viele Autos, zu wenig Platz: Am Tölzer Schulzentrum, hier der Parkplatz vor den Containern des Gymnasiums, müssen Lehrer, Schüler und Eltern oft viele Runden drehen, bevor sie ihr Fahrzeug abstellen können. Einen Ausbau der Parkflächen gibt es vorerst nicht.

(Foto: Manfred_Neubauer)

Am Tölzer Schulzentrum mangelt es an Stellplätzen. Der Schul- und Bauausschuss des Landkreises lehnt jedoch den Ausbau der Parkflächen ab, weil das mit fünf Millionen Euro zu teuer wäre - und weitere Autos anlocken könnte.

Wer zu Schulbeginn rund um das Tölzer Schulzentrum mit dem Auto unterwegs ist, braucht Nerven und reichlich Zeit. Schüler und Lehrer drehen auf der Suche nach einem Parkplatz Runde um Runde. Mit dem Verkehrschaos werden Anwohner und Verursacher wohl noch eine Zeit lang klarkommen müssen. Der Schul- und Bauausschuss des Landkreises konnte sich am Montag nicht dazu entscheiden, eine Parkgarage in diesem Areal zu schaffen - nicht nur, weil den Kreisräten die Kosten zu hoch und der daraus resultierende Nutzen zu gering erschien. Sie sind überzeugt, dass ein höherer Stellplatzangebot noch mehr Verkehr in das be- lastete Innenstadtgebiet ziehen würde.

Fünf Millionen Euro würde der Ausbau der Parkmöglichkeiten am Schulzentrum Bad Tölz voraussichtlich kosten. Darin enthalten ist der Neubau einer dreigeschossigen Parkgarage hinter der Berufsschule an der Gudrunstraße. Für diese müssten die Schulcontainer weichen. Weitere Stellplätze könnten am Gabriel-von-Seidl-Gymnasium im Bereich des Hausmeisterhauses geschaffen werden. Planer Thomas Baldauf sprach von etwa 28 Stellplätzen. Arbeite man mit einem Split-Level könnten es sogar um die 34 Plätze sein. Hinter der Berufsschule sind neben der Parkgarage auch noch Außenstellplätze möglich und bereits genehmigt. Beim Förderzentrum gebe es zudem eine Möglichkeit, die Stellfläche für Fahrzeuge zu erweitern, sagte Baldauf. "Dort könnte man 30 neu generieren."

Eine Abfrage des Bedarfs an Realschule, Förderzentrum, FOS/BOS, Berufsschule und Gymnasium hat ergeben, dass für Lehrer und Schüler 540 Stellplätze im Bereich des Schulzentrums gebraucht würden. Genehmigt sind bislang 316 Plätze, erklärte René Beysel vom Hauptamt. Bei einem "maximalen Ausbau" mit dreigeschossigem Parkdeck könnten 376 Parkplätze geschaffen werden. "Bleibt ein Defizit von 164 Plätzen. Aber dafür wird es so schnell keine Lösung geben", sagte Beysel. Man sei bei der Berechnung des Bedarfs im Übrigen nicht davon ausgegangen, dass jeder am Schulzentrum einen Stellplatz brauche. "Wir haben ein Fahrzeug für vier Schüler im Alter von 18 Jahren aufwärts gerechnet." Immerhin könnten mit der Parkgarage 60 Stellplätze mehr in Zukunft angeboten werden, als genehmigt seien.

Die Suche mit der Stadt Bad Tölz nach einer gemeinsamen Lösung hat mangels Grundstücke nichts gebracht. Man sei übereingekommen, so der Hauptamtsleiter, dass die Stadt mit entsprechenden Kontrollen des ruhenden Verkehrs für die "nötige Motivation" sorgen werde. Sprich: Mittels Knöllchen sollen Schüler und Lehrer dazu gebracht werden, nicht das gesamte Viertel rund um das Schulzentrum mit ihren Fahrzeugen zuzustellen. Denn in der Vergangenheit hat es massive Beschwerden von Anwohnern gegeben.

Der Ausschuss fand wenig Gefallen an diesen Vorschlägen, wobei der Ersatzparkplatz für die marode Tiefgarage am Gabriel-von-Seidl-Gymnasium und die Stellplatz-Erweiterung an der Förderschule unstrittig waren. Doch bei der Parkgarage war sich das Gremium fraktionsübergreifend einig. "Für nur 60 Stellplätze mehr zahlen wir am Ende fünf Millionen", rechnete Zweiter Landrat Thomas Holz (CSU) vor. "Und verbauen uns eine Filetfläche, die wir vielleicht für eine Schulerweiterung brauchen werden." Nikolaus Trischberger (CSU) stimmte ihn zu und nannte das Ergebnis der Planungen "armselig". Er forderte eine visionäre Lösung ein. Auch Willi Streicher (SPD), der auch im Tölzer Stadtrat sitzt, hatte sich mehr von den Gesprächen mit der Stadt Bad Tölz erhofft.

Die Verwaltung muss nun nachbessern und abermals über Parkmöglichkeiten außerhalb des Schulzentrums nachdenken, etwa am Bahnhof oder am Eisstadion. Wegen der langen Wege sollen die Kosten für einen Shuttlebus ermittelt werden. "Vielleicht muss der Leidensdruck noch steigen, um eine gute Lösung zu finden", sagte Landrat Josef Niedermaier (Freie Wähler).