Umwelt- und NaturschutzPrepper-Lager im Karwendel entsorgt

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Das Einsatz- und Ausbildungszentrum für Tragtierwesen der Bundeswehr und Mitarbeiter des Landratsamtes entsorgen im unwegsamen Naturschutzgebiet des Karwendels ein Prepper-Lager.
Das Einsatz- und Ausbildungszentrum für Tragtierwesen der Bundeswehr und Mitarbeiter des Landratsamtes entsorgen im unwegsamen Naturschutzgebiet des Karwendels ein Prepper-Lager.
Bundeswehr

Einsatz- und Ausbildungszentrum für Tragtierwesen der Bundeswehr und Landratsamt kooperieren in unwegsamen Naturschutzgebiet und transportieren neun Fässer ab.

Von Peter Haacke, Bad Tölz

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Eine ungewöhnliche Aktion für Mensch und Tier hat vergangene Woche im Karwendel stattgefunden: Mithilfe der Bundeswehr wurden Kunststofffässer aus dem Naturschutzgebiet Karwendel geborgen, die dort nicht hingehörten. Ein Jäger hatte sie im Sommer 2025 entdeckt, was nun zu dieser besonderen Ramadama-Aktion im Rahmen eines Leistungsmarsches der Bundeswehr führte.

Der Jäger hatte ein Prepper-Lager gefunden: neun blaue Fässer mit Lebensmitteln, Kleidung, Batterien und sonstigen Gegenständen des täglichen Bedarfs. Als Prepper (von engl. to be prepared – vorbereitet sein) werden Personen bezeichnet, die sich durch gezielte Maßnahmen auf mögliche Krisen, Naturkatastrophen, Stromausfälle oder den Zusammenbruch der Infrastruktur vorbereiten. Der Mann meldete seinen Fund der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen. Doch für die angepeilte Entsorgung ergab sich ein gravierendes Problem: Die Fässer lagen in unwegsamem Gelände – für Fahrzeuge nicht erreichbar und zu schwer für einen langen Abtransport zu Fuß.

Hilfe kam nun vom Einsatz- und Ausbildungszentrum für Tragtierwesen 230 aus Bad Reichenhall: Der Leistungsmarsch der Bundeswehr in der letzten Juliwoche bot Gelegenheit, die Fässer zu bergen. Rund 40 Soldatinnen und Soldaten sowie 25 Tiere – in erster Linie Maultiere, aber auch drei Haflinger und ein Esel – waren auch zu Ausbildungszwecken an der Aktion beteiligt. Die Fässer und weitere lose abgestellte Gegenstände wurden im Zuge des Leistungsmarsches zunächst per Seilzug und Kraxen einen steilen Hang hinunter transportiert und dann auf die Maultiere verfrachtet.

Ausbildung im Karwendel: Rund 40 Soldatinnen und Soldaten aus Bad Reichenhall waren beim Einsatz im schwer zugänglichen Naturschutzgebiet beteiligt.
Ausbildung im Karwendel: Rund 40 Soldatinnen und Soldaten aus Bad Reichenhall waren beim Einsatz im schwer zugänglichen Naturschutzgebiet beteiligt.
Bundeswehr

Mithilfe der Tiere brachten die Soldaten und Landratsamtsmitarbeiter den Müll knapp vier Kilometer bis zu einem befahrbaren Feldweg. Von dort aus wurde das Material mittels Kleintransporter zum Entsorgungszentrum nach Greiling transportiert und ordnungsgemäß entsorgt. Befüllt waren die Fässer unter anderem mit Lebensmitteln, die teilweise bereits seit 2014 abgelaufen waren, sowie mit Medikamenten, Batterien, Kleidung, einem Schlafsack, Hundefutter, Zelt und einem Feldbett.

Mithilfe der Tiere brachten die Soldaten und Landratsamtsmitarbeiter den Müll knapp vier Kilometer bis zu einem befahrbaren Feldweg. Das Material landete im Entsorgungszentrum Greiling.
Mithilfe der Tiere brachten die Soldaten und Landratsamtsmitarbeiter den Müll knapp vier Kilometer bis zu einem befahrbaren Feldweg. Das Material landete im Entsorgungszentrum Greiling.
Bundeswehr

Für die unkomplizierte Zusammenarbeit bedankte sich Benedikt Pfaller, stellvertretender Sachgebietsleiter Umwelt und Organisator im Landratsamt, ausdrücklich: „Der professionelle Einsatz sowie die technische und ‚tierische‘ Unterstützung waren für das Gelingen dieses anspruchsvollen Vorhabens von unschätzbarem Wert“, teilte er mit. „Ohne die Hilfe der Bundeswehr hätte diese Maßnahme nicht in der gleichen Qualität und Effizienz durchgeführt werden können.“

Wer die Fässer im Naturschutzgebiet abgestellt oder gelagert hat, ist bislang nicht bekannt. Hinweise nimmt die Untere Naturschutzbehörde per E-Mail an umwelt@lra-toelz.de entgegen.

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