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Kandidatenkür in Penzberg:Die Liste steht, das Programm steht aus

Die CSU nominiert als erste der Penzberger Parteien ihre Stadtratskandidaten: 19 Männer und sieben Frauen. Inhalte bleiben vorerst unter Verschluss

Die Penzberger CSU hat am Sonntag ihre 24 Kandidaten für den Stadtrat nominiert. Damit lässt sie als erste unter den Parteien die Katze aus dem Sack. Mit einer Mischung aus bekannten Gesichtern und kommunalpolitischen Neulingen will sie in den Wahlkampf ziehen.

Der Männerüberschuss bei der CSU ist deutlich: Auf der Liste kandidieren einschließlich der Ersatz-Kandidaten nur sieben Frauen, aber 19 Männer. Allen voran Bürgermeister- und Spitzenkandidat Stefan Korpan. Sein unterlegener Rivale Michael Schmatz zeigte sich als guter Verlierer und erfüllte seine Zusicherung, sich ungeachtet der Wahlschlappe ebenfalls auf die Liste setzen zu lassen. Er landete im Mittelfeld.

Der CSU-Ortsvorsitzende Nick Lisson und Spitzenkandidat Stefan Korpan führten bei der Aufstellungsversammlung das Wort.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Mit der Fraktionsvorsitzenden Christine Geiger, dem Ortsvorsitzenden Nick Lisson, Maria Probst und dem Dritten Bürgermeister und politischen Urgestein Ludwig Schmuck treten auch alle vier amtierenden CSU-Stadträte wieder an. Sie befinden sich auf aussichtsreichen Plätzen ganz vorne auf der Liste. Diese sei ansonsten "ein Konstrukt, das sich sehen lassen kann", sagte Lisson. Die Kandidaten spiegelten die ganze Vielfalt Penzbergs. "Vom Doktor bis zum ehemaligen Dönerverkäufer, von ganz jung bis zum besten Lebensalter", erklärte der Ortsvorsitzende im kleinen Saal der Stadthalle. Für ihn sei sie auch deshalb eine starke Liste, weil sie viele bestens vernetzte Vertreter von Vereinen enthalte. Zum Wahlprogramm sagte er nur so viel: "Es steht zu 85 Prozent." Noch halten es die Christsozialen aber unter Verschluss, erst sollen die gewählten Kandidaten es billigen. "In anderthalb Monaten sind wir bereit, damit rauszugehen", kündigte Lisson an.

CSU Bürgermeisterkandidatur

Spitzenkandidat Stefan Korpan (CSU).

(Foto: Manfred Neubauer)

Bürgermeisterkandidat Korpan gab sich kämpferisch. "Wir müssen die Bürger wachrütteln", sagte der 35-Jährige. "Ich bin überzeugt, dass wir mit dem Bekanntheitsgrad von Einzelnen viel schaffen können." Anschließend, als es um seine Beweggründe für die Kandidatur ging, wurde der Polizeihauptmeister sehr persönlich. Er habe sich hingesetzt und alles aufgeschrieben, was in der Stadt aus seiner Sicht in den vergangenen Jahren negativ gelaufen sei, sagte er. Vor allem kritisierte er das "Theater" um den Hotelbau und die Bewirtung der Stadthalle, die Krise in der Verwaltung um den Rücktritt des Personalrats, die Vorgänge beim Seniorenzentrum, die viele Bürger nicht verstanden hätten, den Geschäfte-Leerstand in der Stadt und den Stillstand beim Edeka-Areal.

Auch im Streit über die erweiterten Öffnungszeiten des Volksfests ergriff Korpan Partei. "Einmal im Jahr ist Volksfest für anderthalb Wochen", erklärte er. "Bei mir wird es keine Diskussion darüber geben, ob es an vier Tagen bis ein Uhr offen bleiben darf."

Nachdem die Aufstellung routiniert verlaufen war, treten die CSU-Kandidaten in Penzberg bei der Kommunalwahl 2020 in folgender Reihenfolge an: 1. Stefan Korpan, Polizeibeamter, 2. Christine Geiger, Bankkauffrau im Ruhestand, 3. Nick Lisson, Radiomoderator, 4. Maria Probst, Landschaftsarchitektin, 5. Ludwig Schmuck, Bereitschaftsleiter im Ruhestand, 6. Christian Abt, Angestellter, 7. Aleksandar Trifunovic, Teamleiter, 8. Monika Engel, Rechtsanwalts-Fachangestellte, 9. Fuat Tüfekci, selbständig, 10. Peter Höck, Landwirtschaftsmeister, 11. Martin Schmid, Metzgermeister, 12. Michael Schmatz, Sozialversicherungsfachwirt, 13. Tamara Wirth, Gastronomin, 14. Alexander Randl, Filialleiter, 15. Matthias Baumgartner, Schreiner, 16. Claudia Engel, Betriebsrätin, 17. Paul Hattemer, Bauingenieur im Ruhestand, 18. Florian Müller, Strategieberater, 19. Etelka Moreth, Altenpflegerin, 20. Werner Kornstädt, Angestellter, 21. Michael Bobak, Azubi, 22. Manfred Weisenbach, Kaufmann im Ruhestand, 23. Franz Geiger, Sparkassenkaufmann im Ruhestand, 24. Wolfgang Scherl, Diplom-Ingenieur im Ruhestand. Ersatzkandidaten sind Renate Mair und Herbert Mosebach.