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Jetzt in der Alten Madlschule:Neues Zuhause für Kolping-Bildungswerk

Kulturhaus Alte Madlschule

Das Kulturhaus, und jetzt auch wieder Bildungseinrichtung: die Alte Madlschule in Bad Tölz.

(Foto: Manfred Neubauer)

Die Tölzer Einrichtung zieht wegen steigender Nachfrage in neue Räume neben die Stadtpfarrkirche um

Das Kolping-Bildungswerk in Bad Tölz erfreut sich steigender Nachfrage und hat daher neue Räume eröffnet. Von der Hindenburgstraße nahe der Post ist die Institution an die Alte Madlschule an der Schulgasse umgezogen, also mitten ins Stadtzentrum. "Dank der sehr sozialen Einstellung der Vermieter konnten wir hier, in der Mitte der Stadt und der Mitte der Gesellschaft, bezahlbare Räume für die Weiterbildung von Jugendlichen schaffen", sagte Alfred Maier, der als Vorstand des Kolping-Bildungswerks von München gekommen war, um am vergangenen Mittwoch der Einweihungsfeier beizuwohnen.

In zwei Gebäuden wurden am neuen Standort Räume für Schulungen und sogar für eine Metall-Werkstatt errichtet. Die Jugendlichen vertiefen dort ihr Wissen und erwerben fachliche Fähigkeiten, um in Ausbildungsberufe einzutreten.

Zunächst bezogen die Mitarbeiter und Teilnehmer von Kolping im Mai vergangenen Jahres Räume im "Bräumaurerbräu" an der Marktstraße. Das stattliche Gebäude mit den reich mit Stuck verzierten Fenstern ist seit 1949 im Besitz der Familie Wiedenhofer. Rupert Wiedenhofer sagte: "Ich bin hier im dritten Stock aufgewachsen. Früher sahen wir dort, wo jetzt der Parkplatz am Rückgebäude angrenzt, auf den Schulhof der Mädchenschule. Am hinteren Teil war sogar eine Kegelbahn." Die sei von der Brauerei übrig gewesen, "und die Schulschwestern nutzten sie zum Rosenkranzbeten."

Im September 2019 konnte Kolping dann auch die Räume im "Rädlbräu" beziehen. Diesen Hausnamen erhielt die dort ehemals ansässige Brauerei vom alten Geschlecht der "Rädl" aus Bad Tölz. 1841 ging ein gewisser Augustin Höfter in diesem Haus pleite, veräußerte das Gebäude an die Marktgemeinde Tölz, und diese richtete dann die Mädchenschule ein. Heute ist das Gebäude im Besitz der Familie Zach, die sehr gerne an die Kolping-Bildungseinrichtung vermietet.

Bei der Einweihungsfeier und der Segnung des neuen Zuhauses trug Diözesan-Präses Christoph Huber, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender des Kolping-Bildungswerks München und Oberbayern, die biblischen Worte "Ihr seid das Salz der Erde" vor. Er nannte die Jugendlichen "ein Licht für die Welt". Die Mitarbeiter von Kolping wippten mit, als ihre Schützlinge den Song "Stand by me" vortrugen.

In der festlich geschmückten Werkstatt hatten die Schüler einen üppigen Imbiss für die gut 100 Gäste der Einweihnungsfeier angerichtet. Zwei junge Frauen sangen moderne Popsongs, eine andere spielte Hackbrett. Schwungvoll servierte eine Tölzerin die Sektgläser ab: "Ich werde bald eine Lehre zur Restaurantfachfrau beginnen", sagte sie. Höflich erkundigte sich ein junger Erwachsener syrischer Herkunft, ob er etwas trinken dürfe.

Die Geschäftsführerin der Kolping-Bildungseinrichtung, Verena Seischab, beschrieb die Teilnehmer der Agentur so: "Lebendig, lustig und neugierig." Diese Lebendigkeit soll nun auch in das alte Tölzer Schulhaus einziehen.

© SZ vom 18.02.2020
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