Isartalverein:Mehr als Wanderwege

Isartalverein: Erich Rühmer sieht es als die Aufgabe des Isartalvereins an, die Natur am Fluss für folgende Generationen zu erhalten.

Erich Rühmer sieht es als die Aufgabe des Isartalvereins an, die Natur am Fluss für folgende Generationen zu erhalten.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Die Naturschützer verwirklichen auf ihren Flächen vorbildliche Projekte

Von Benjamin Engel, Schäftlarn

Vom Höhenzug an der Aufkirchner Straße in Hohenschäftlarn fällt der Hang in Richtung Südosten zum Niederried ab. Auf dem freien Wiesenstück steht eine Tafel mit Informationen zu den Wanderwegen im Isartal zwischen München und Wolfratshausen. Von den drei Bänken direkt daneben reicht der Blick hinweg bis zu den Alpen. Anfang der 1960er-Jahre hat der Isartalverein das Grundstück gekauft. Damals gab es auf den Feldern und Weiden unterhalb im Gegensatz zu heute noch so gut wie keine Häuser. Das hat sich geändert, immer mehr Menschen kommen ins Isartal. Der Siedlungs- und Erholungsdruck wird Prognosen zufolge weiter zunehmen.

Die Entwicklung mit zunehmendem Flächenfraß bedeutet für den Isartalverein einen Spagat. Die Umweltvereinigung ist 1902 gegründet worden, um die Natur im Isartal zu schützen. Gleichzeitig sollen Erholungssuchende ihren Platz finden - trotz Konflikten mit Mountainbikern und Bootsfahrern. Beide Aspekte verbindet der Isartalverein in zahlreichen Projekten und Maßnahmen. Dafür hat der Landkreis die Organisation mit dem Umweltpreis ausgezeichnet.

Die vielen Mountainbiker und Schlauchbootfahrer im Isartal sind für den Vorsitzenden und Schäftlarner Altbürgermeister Erich Rühmer ein ungelöstes Problem. Die Radler zerstörten mit ihren breiten Reifen Flora und Fauna in sensiblen Gebieten. "Eine intakte Natur ist wahnsinnig wichtig. Die ist nicht mehr wiederherzustellen, wenn sie einmal kaputt ist", sagt Rühmer. Für die Mountainbiker brauche es dringend eigens ausgewiesene Trails.

Im Isartal gehören der Umweltvereinigung 140 Hektar Grund. In der Pupplinger Au bei Wolfratshausen grasen Rinder im Schneeheide-Kiefernwald. Die Tiere helfen, den wertvollen Magerrasen mit seltenen Insekten und Pflanzenarten wie dem Frauenschuh zu erhalten. Bei Wackersberg sollen Ziegen und Esel bei einem zweiten Beweidungsprojekt die eigentlich kargen Flussufer von zu üppiger Vegetation freihalten, die sich dort breit macht, weil Hochwässer ausbleiben.

Beispielhaft für die Arbeit des Isartalvereins ist der Riemerschmidpark bei Icking. Zentrales Ziel an dem steilen Hang des Isarhochufers ist es, die Interessen von Erholungssuchenden, Naturschutz und Forstwirtschaft auszugleichen. Teils wurden Fichten wegen ihrer für den Klimawandel schlecht gerüsteten schwachen Wurzeln entfernt. So sollen sich Bergahorn oder Lärche besser entwickeln. Totholzbäume blieben als Lebenraum für Insekten und Vögel erhalten. Aussichtsplätze wurden für Landschaftsblicke ausgeschnitten.

Derzeit arbeitet der Isartalverein an einem neuen Wanderführer für den Abschnitt der Isar zwischen Wolfratshausen und Sylvensteinspeicher. Zudem unterstützt er das Vorhaben, bis 2021 die Isar für Fische komplett durchgängig zu machen. "Für mich ist wichtig, die Umwelt für nachfolgende Generationen zu erhalten", sagt Rühmer.

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