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Internet in Icking:Millionen für Lichtgeschwindigkeit

Breitbandausbau im Südwesten

Icking ist die erste Kommune in Bayern, in der Bürger über ein eigenes Netz mit bis zu einem Gigabit Geschwindigkeit Daten übertragen und im Internet surfen können.

(Foto: Patrick Seeger/dp)

Der Ausbau des kommunalen Breitbandnetzes in Icking ist bei den Bürgern sehr beliebt. Ausgerechnet aufgrund dieses regen Zuspruchs wird das Projekt nun aber deutlich teurer als ursprünglich erwartet

Die Gemeinde Icking im Isartal ist "Gigabit City" - und mit dem Ausbau eines eigenen Glasfasernetzes das erste Betreibermodell in Bayern mit dieser Geschwindigkeit im Internet. Allerdings sind in der Kommune nicht nur die Daten besonders schnell: Durch den Erfolg und Zuspruch haben auch die Kosten Fahrt aufgenommen. Mittlerweile rechnet die Verwaltung mit etwa 7,25 Millionen Euro, die der kommunale Breitbandausbau kosten wird. Das erklärte Bürgermeisterin Margit Menrad (Unabhängige Bürgerliste Icking) in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Zu Beginn der Überlegungen, im Sommer 2012, hätte eine Machbarkeitsstudie für die Hauptorte Dorfen, Walchstadt, Icking und Irschenhausen Kosten von rund 3,8 Millionen Euro ergeben , erinnerte die Rathauschefin. Im Zuge der weiteren Planung hatte der Gemeinderat beschlossen, dass es keine Bürger zweiter Klasse beim Breitbandausbau geben sollte. Konkret sollten folglich alle Haushalte auch in kleineren Weilern wie zum Beispiel Holzen, Wadlhausen oder Meilenberg angeschlossen werden, obwohl das "zu deutlichen Mehrkosten führt", wie Menrad sagte. Nachdem sich bis Januar 2016 in Icking 812 Haushalte am Glasfaser-Projekt beteiligen wollten, wurde die Ausschreibung vorgenommen. Der damalige Stand der Kosten für Tiefbau und das Einschieben von Glasfaser war - ohne Planungskosten - zu diesem Zeitpunkt bereits auf 5,55 Millionen Euro gewachsen. Seither hat die Nachfrage um noch einmal um nahezu 25 Prozent zugenommen, so dass sich nun 1014 Haushalte in der Gemeinde an dem Projekt Glasfaser Icking beteiligen.

Menrad spricht von einer Kostensteigerung von 27 Prozent, so dass aktuell, einschließlich der Planungskosten, 7,03 Millionen Euro unterm Strich stehen. Die Kostensteigerung ist ihr zufolge auf die Zunahme der Hausanschlüsse zurückzuführen, auf die allgemeine Baukostensteigerung und eben auf die Tatsache, dass nun die Planungskosten mit eingerechnet seien. Wenn alle Schlussrechnungen vorliegen, geht Menrad von 7,25 Millionen Euro aus, die das Projekt gekostet haben wird.

Den Ausgaben stehen aber auch Einnahmen aus Zuschüssen, Pachteinnahmen und der Erstattung von Hausanschlüssen gegenüber, was sich auf etwa eine Million Euro summiert. "Da Kosten und Teilnehmer in etwa gleichermaßen steigen, kann man davon ausgehen, dass die Amortisationszeit wie ursprünglich kalkuliert bei 25 Jahren bleiben wird", sagte die Bürgermeisterin.

Die Tiefbauarbeiten sind inzwischen abgeschlossen. Glasfaser ist bislang bei etwa 900 Haushalten eingeschoben, 815 Haushalte sind ans Netz angeschlossen, also etwa 80 Prozent. Da die restlichen Arbeiten witterungsabhängig sind, kann Menrad derzeit keinen Termin für den endgültigen Abschluss nennen.