Das kommunale Glasfasernetz ist in der Gemeinde Icking gerade in der Bauphase. Damit wird jedes Haus direkten Zugang zum schnellen Internet mit Geschwindigkeiten bis zu 200 Megabit pro Sekunde haben. Und auch Ortsfremde sollen in der Gemeinde künftig schnell und unproblematisch ins weltweite Netz kommen. Ohne Gegenstimmen votierte der Gemeinderat am Montag für die Errichtung eines freien Wlan-Zugangs am Rathaus, eines sogenannten Hotspots.
Das Bayern-Wlan biete für jedermann "ein offenes und kostenfreies Wlan-Angebot", erklärte Bürgermeisterin Margit Menrad (UBI). Es wird nach Aussage von Finanz- und Heimatminister Markus Söder (CSU) bis zum Jahr 2020 an 20 000 bayernweiten Standorten kostenfrei zur Verfügung stehen. Für den Nutzer ist laut Menrad kein Passwort und keine Anmeldung erforderlich, der Jugendschutz sei durch einen Filter garantiert. Die Haftung für illegale Downloads liege beim jeweiligen Nutzer. Das Bayern-Wlan biete gegenüber der Internetversorgung über das Mobilfunknetz eine schnellere und bessere Datenübertragung, sagte Menrad.
Notwendig sei dazu ein drahtloser Internetzugriffspunkt pro Standort. Die Reichweite könne laut Rathauschefin durch sogenannte Accesspoints erweitert werden. So könne etwa ein Hotspot am Rathaus durch zwei weitere Accesspoints auch das Feuerwehrhaus und den S-Bahnhof abdecken. Allerdings entstehen der Gemeinde durchaus Kosten: So schlage der Ortstermin mit dem Internetanbieter inklusive einer Messung pauschal mit rund 543 Euro zu Buche, die hausinterne Verkabelung mit weiteren 1000 Euro. Neben diesen einmaligen Kosten fallen auch laufende an: Die Miete der Hardware wird laut Menrad etwa 700 Euro pro Jahr ausmachen, die Internetgebühren rund 250 Euro im Jahr. Der Freistaat fördere zwei solcher Hotspots mit maximal 5000 Euro.
Lisa Häberlein (SPD/Grüne) begrüßte die Errichtung solcher freien Wlan-Zugänge: Das Beispiel Wolfratshausen zeige: "Wo Wlan ist, da sitzen die Leute." Auch Claudia Roederstein (UBI) sprach sich positiv aus: Gerade S-Bahn-Fahrern biete es den Vorteil, sich schnell und einfach orientieren zu können, etwa bei Touren oder bei Verspätungen. Allerdings sah sie keine Notwendigkeit, neben dem zentral gelegenen Rathaus als Hotspot weitere in der Gemeinde zu installieren. Dieser Meinung waren letztlich alle Räte.