In Wolfratshausen:Überblickshilfe fürs Großvorhaben

Fraktionssitzung Grüne

Grünen-Stadtrat Rudi Seibt ist Elektroingenieur und Sachverständiger.

(Foto: Manfred Neubauer)

Stadt will bei der Schulerweiterung einen Projektsteuerer hinzuziehen

Die Sanierung und Erweiterung der Grund- und Mittelschule am Hammerschmiedweg ist das bislang größte Bauprojekt in Wolfratshausen. Schließlich soll es trotz Einsparungen rund 50 Millionen Euro kosten. Das ergibt die qualifizierte Kostenschätzung der Vorplanung, die der Stadtrat nun genehmigt hat. Bei einem Bauvorhaben dieser Größenordnung ist es für die Stadträte schwierig, den Überblick über Gewerke und Entwicklung zu behalten. Deshalb soll sich, neben den Planern des beauftragten Architekturbüros karlundp, auch ein professioneller Projektsteuerer der Sache annehmen und den Stadtrat regelmäßig unterrichten.

Zur Sprache kam das Thema, weil die Grünen vor der Sitzung eine ganze Liste an Detailfragen an die Verwaltung geschickt hatten. Deren Stadtrat Rudi Seibt, als Elektroingenieur und Sachverständiger nach eigenen Worten bestens mit Planung und Ausführung im Baubereich vertraut, hatte zahlreiche vermeintliche Ungereimtheiten im Bericht zur Gebäudetechnik entdeckt. Die konnte Thomas Wenig, der bei der Stadt für das Projekt zuständig ist, in der Sitzung jedoch Punkt für Punkt ausräumen. Er hatte die Fragen mit dem Planerteam "intensiv bearbeitet", wie er sagte, und löste Missverständnisse auf. So hatte Seibt etwa den mit 32,5 Prozent ungewöhnlich hohen Anteil der Gebäudetechnik an den Gesamtkosten moniert. Dieser sei jedoch, angesichts des geplanten Schwimmbads in der Schule und der komplexen Lüftung "völlig plausibel", so Wenig. Und die Differenz zwischen den 36,5 Millionen Euro Baukosten und der Gesamtsumme von 49 Millionen, die Seibt nicht zuordnen konnte, ergebe sich aus den zuzüglichen Planungskosten von etwa 23 Prozent und einer zehnprozentigen Reserve.

Bürgermeister Klaus Heilinglechner (BVW) sah in Seibts Schreiben, das an der Zuverlässigkeit der Daten zweifelt, ein "ungerechtfertigtes Misstrauen", das dem Planerteam bereits zum zweiten Mal entgegengebracht werde. Für Hans Schmidt (Grüne) zeigte sich damit jedoch, dass man "für dieses Mammut-Projekt einen professionellen Projektsteuerer bräuchte", den ja auch alle Fraktionen gefordert hätten. Dessen Rekrutierung habe die Stadt bereits auf den Weg gebracht, erwiderte Wenig. Durch die Verzögerung des Projekts aufgrund der Prüfung des Alternativvorschlags von Alfred Fraas habe man damit jedoch warten müssen. Mit den konkreten Angaben zum Volumen könne man nun die Ausschreibung starten, die voraussichtlich Anfang 2022 abgeschlossen werde. "Dann muss der Stadtrat entscheiden."

© SZ vom 24.09.2021 / aip
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB