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In Wolfratshausen:Pläne für Parkhaus am Hatzplatz ad acta

Die Stadt Wolfratshausen hat sich einvernehmlich mit dem Erbpachtnehmer darüber verständigt, den Vertrag für den Hatzplatz aufzulösen. Das teilte die Stadt am Montag in einer Pressemeldung mit. Der formale Beschluss hierzu sei in der nichtöffentlichen Sitzung des Stadtrats am 16. Juni gefasst worden. Der Vertrag wird nun rückabgewickelt, und zwar zeitnah, wie es in der Mitteilung heißt. Der Plan für ein Parkhaus am Hatzplatz ist damit vom Tisch, nun will die Stadt selbst neu mit der Fläche planen.

Im Rahmen der Vereinbarung erfolge "korrekterweise ein finanzieller Ausgleich der Aufwendungen, die der Erbbaurechtsnehmer bisher zur Eingabeplanung für das Parkdeck am Hatzplatz erbracht hat". Dies seien im Wesentlichen die Boden- und Schallgutachten sowie die Leistungen für die Erstellung der Eingabepläne, erklärt die Stadt. Wie hoch diese Aufwendungen sind, dazu macht sie keine Angaben.

Aber im Hinblick auf die Altstadtaufwertung sowie die geplante Errichtung des zweigeschossigen Parkdecks am Paradiesweg "eröffnen sich für die Stadt dadurch neue gestalterische Möglichkeiten und die Chance, diese drei großen städtischen Projekte aus einer Hand zu koordinieren", heißt es in der Mitteilung. Wolfratshausen erwerbe sämtliche Rechte an der Planung und könne somit die Gestaltung des Hatzplatzes vornehmen, und zwar "städtebaulich verträglicher".

2017 hatte der damalige Stadtrat mehrheitlich beschlossen, einem Investor, der Parkhaus Wolfratshausen (PaWo) GmbH, die Fläche in Erbbaurecht zu übergeben, damit dieser ein Parkhaus mit etwa 150 Stellplätzen errichten könne. 2019 legte dieser erstmals eine Planung vor, die zwar in einen positiven Beschluss mündete, allerdings ohne die beantragten Befreiungen vom Bebauungsplan. Im damaligen Bauausschuss wurde intensiv diskutiert, unter anderem fiel der Vergleich "Sarkophag von Tschernobyl". Der damaligen Diskussion sei zu entnehmen gewesen, dass zwar die Mehrheit eine Ausweitung des Parkplatzangebotes im Innenstadtbereich positiv sah, über die Art der Unterbringung gab es jedoch unterschiedliche Ansichten. "Daher ist der Stadtrat mehrheitlich der Auffassung, dass die Errichtung des Parkhauses am Hatzplatz zum momentanen Zeitpunkt nicht ideal wäre", schließt die Meldung.

© SZ vom 30.06.2020 / cjk

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