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In Penzberg:Sichererer Bahnübergang

Als der Bahnübergang "Posten 10" noch über analoge Signale geregelt wurde, musste ein Bahnwärter die Schranke manuell öffnen und schließen. Nach dem Umbau funktioniert es nun computergesteuert.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Der sogenannte Posten 10 ist nach vielen Schwierigkeiten und Verzögerungen umgebaut. Die neue Schranke funktioniert nun digital

Der Bahnübergang in Penzberg am Frauenreiner Weg, bekannt als Posten 10, war lange eine Baustelle. Die Bauarbeiten an diesem Teil der Bahnstrecke Tutzing-Kochel sind nun nach allerlei Komplikationen abgeschlossen, der Posten 10 ist auf dem neuestem Stand und die Bahnschranke funktioniert neuerdings mit digitalem Signal.

Da die Stellwerktechnik zwischen Tutzing und Kochel derart veraltet war, mussten 2018 längst überfällige Erneuerungsmaßnahmen durchgeführt werden. Diese Umrüstung brachte auch für Bahnübergänge und Steuereinrichtungen in den umliegenden Bahnhöfen neue Anpassungen an die aktuell gültigen Richtlinien mit sich. Als Ausnahmen waren die beiden Bahnübergänge Posten 10 und Lauterbachermühle bisher noch nicht auf elektronische Stellwerktechnik umgestellt. Deshalb hatte der Bahnübergang Posten 10 seit Herbst 2018 ein analoges Signal. Es bedurfte eines Bahnwärters, der die Bahnschranke manuell öffnen und schließen musste- was wiederum lange Wartezeiten am Übergang bedeutete.

Eigentlich, sagt Elke Zehetner, Bürgermeisterin der Stadt Penzberg (SPD), waren die geplanten Umrüstungen des Übergangs schon für das vergangene Jahr geplant gewesen, während der Sperrzeiten des Bahnverkehrs. Allerdings waren die Baufirmen ausgelastet, weshalb die Umbauten seitens der DB Netz AG sich um ein Jahr verzögert hatten.

Das habe für alle Beteiligten, vor allem für die Anrainer, großen Ärger verursacht. Sie mussten sich im April mit einer halbseitigen Sperrung arrangieren, die sich zwischen Mai und Juni sogar auf eine Vollsperrung des Bahnübergangs ausweitete. Das Grundstück von Joachim Randzio etwa liegt am Posten 10. Zwei ganze Tage, erzählt der Anlieger, habe er mit seinem Auto keine Zufahrt bis zu seinem Haus gehabt. Immerhin die Schüler hätten die Umleitungen über teils privaten Grund sportlich genommen und sich aufs Fahrrad geschwungen, sagt Zehetner.

Während der Sperrungen sei einiges vorgefallen, für das sich die Penzberger Rathauschefin bei den Bürgern entschuldigen möchte. So war Richtung Iffeldorf zeitweise nur der Radweg befahrbar. Außerdem hätte die DB Netz AG während des Baus mit schweren Gefährten den Radweg stark beschädigt. Seitens der DB Netz AG sichert man zu, sich mit Abschluss der Bauarbeiten um den Radweg zu kümmern.

Dennoch, betont die Bürgermeisterin, hätten sich die Anlieger sehr dialogbereit gezeigt und für den Ausbau aus freien Stücken Grund abgegeben. Viele Schwierigkeiten, wie etwa die Verfügbarkeit von Baufirmen und das starke Regenwetter im Mai, das ebenfalls für Verzögerungen verantwortlich zeichnete, seien im Nachhinein nachvollziehbar.

Die Kosten der Umrüstung werden gemäß Eisenbahnkreuzungsgesetz von den drei Kreuzungsbeteiligten, der DB Netz AG, dem Bund und der Stadt Penzberg, zu je einem Drittel getragen. Der Betrag beläuft sich auf insgesamt 225 000 Euro, wovon das Drittel der Stadt Penzberg mit 38 000 Euro durch die Regierung Oberbayern gefördert wird. Damit bleiben für Penzberg Kosten in Höhe von 37 000 Euro.

Mit der Fertigstellung von Posten 10 ist die Stadt Penzberg nun zufrieden. Die Anrainer können den Bahnübergang wieder ohne Komplikationen passieren und allgemein sei das Sicherheitsgefühl angestiegen, betont Zehetner. Unbeschrankte Bahnübergänge, so die Bürgermeisterin, würden nämlich dazu einladen, Gefahren nicht richtig einzuschätzen.