In Penzberg Hickhack um HAP-Gelände

Die Penzberger Kommunalpolitik möchte helfen - nur wie?

Nach der überraschenden Ankündigung der Hörmann-Gruppe, das Penzberger Werk (HAP) zum 30. Juni 2020 zu schließen, meldet sich die Kommunalpolitik zu Wort. Die CSU kritisiert in einer Presseerklärung die Vorgehensweise der Unternehmensleitung auf das schärfste. "Das Verhalten löst in unseren Reihen nur noch Kopfschütteln aus. So sollte ein Betrieb nicht mit seinen Mitarbeitern umgehen", schreibt Ortsvorsitzender Nick Lisson. Im Nachhinein seien alle Zugeständnisse der Mitarbeiter wie etwa ihr Lohnverzicht umsonst gewesen. "Für uns hat daher oberste Priorität, die Mitarbeiter zu unterstützen, Arbeitsplätze zu erhalten oder zu vermitteln und neue berufliche Perspektiven zu schaffen."

Indes kritisiert die SPD insbesondere den Vorstoß der Freien Lokalpolitik Penzberg (FLP). Die Fraktion hat einen Antrag gestellt, der den Kauf des Hörmann-Areals an der Seeshaupter Straße durch die Stadt zum Inhalt hat. Gemeinsam mit dem CSU-Landtagsabgeordneten Harald Kühn hat sich die Penzberger CSU an Ministerpräsident Markus Söder und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger gewendet und "dringende Unterstützung in dieser Angelegenheit eingefordert". Auch Bürgermeisterin Elke Zehetner (parteifrei/SPD) hat Aiwanger um einen Termin ersucht. Da es noch keine Pläne für die Folgenutzung des Werksareals an der Seeshaupter Straße gibt, machen sich die Christsozialen darüber Gedanken. "Optimal wäre es aus unserer Sicht, wenn eine andere große Firma oder mehrere mittelständische Unternehmen das Areal nutzen und so viele Mitarbeiter wie möglich übernehmen würden." Da es um Existenzen gehe, möchte die CSU zusammen mit den Beschäftigten, Vertretern aus Politik und Wirtschaft, dem Gewerbeverein "Pro Innenstadt" sowie der Wirtschaftsförderin der Stadt ein Arbeitstreffen anbieten, bei dem schnelle und nachhaltige Lösungen gefunden werden sollten. Auf den Antrag der FLP, die Stadt solle das Hörmann-Areal erwerben, und auf "populistische Reaktionen anderer Gruppierungen", wie es in einer Pressemitteilung heißt, reagiert der SPD-Ortsvorsitzende und HAP-Betriebsrat Bayram Yerli: "Ich halte den Antrag auf Grundstückserwerb durch die Stadt für völlig abwegig", sagt er. "Hörmann hat das Areal für einen Appel und ein Ei gekauft und würde bei den heutigen Grundstückspreisen ein Vermögen daran verdienen." Vielmehr solle die Stadt dort eine Gewerbenutzung festschreiben. Bürgermeisterin Elke Zehetner (parteifrei/SPD) hat im Übrigen nach Bekanntwerden der Schließung in der Öffentlichkeit betont, dass das Gelände nicht für Wohnbebauung freigegeben werde. Der Antrag der FLP ist in Yerlis Augen genauso "wahlkampftaktischer Aktionismus" wie die "Bekundungen von BfP oder CSU". "Für die Mitarbeiter von HAP ist die Situation viel zu ernst und dramatisch, als dass sie zum Spielball kommunalpolitischen Wahlgeplänkels werden dürfe", erklärt Yerli weiter.