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In Lenggries:Schutz vor Hochwasser am Dorfbach

Seit zwei Jahren wird der Dorfbach in Lenggries vermessen, um Maßnahmen zum Hochwasserschutz einleiten zu können. Auch am verrohrten Teil des Dorfbachs, am sogenannten Haubendurchlass, wurden dabei mit einem Raupenfahrgestell und Lasern Daten erhoben. Wie das Wasserwirtschaftsamt Weilheim mitteilt, sind die Ergebnisse allerdings nicht erfreulich: "Je genauer wir untersuchen, desto weniger Wasser passt durch", sagt Markus Brandtner, Projektleiter für den Ausbau des Dorfbachs in Lenggries. Schlüsselstelle ist dabei der Einlauf am Haubendurchlass. Dort passen lediglich 4,5 Kubikmeter Wasser pro Sekunde durch, "dann staut es sich zurück und läuft über", teilt Brandtner mit. Um Lenggries auch bei einem hundertjährigen Hochwasser effektiv vor vollgelaufenen Kellern zu schützen, wäre jedoch ein Durchlass von 10,8 Kubikmetern je Sekunde notwendig. Baulich ließe sich eine solche Situation allerdings nur sehr aufwendig herstellen.

Um die Bürger dennoch möglichst wirtschaftlich vor einem Hochwasserereignis bewahren zu können, untersucht das Wasserwirtschaftsamt die Möglichkeit, schon an den Quellbächen des Dorfbachs für Entlastung zu sorgen. So ist unter anderem an eine Ableitung von Wasser aus dem Reiterbach in den Tratenbach gedacht. Diese alternative Lösung wird gerade in Form einer Vorentwurfsplanung untersucht. "Die ersten Erhebungen ermuntern jedenfalls zu dieser Analyse", umreißt Brandtner die Ergebnisse der bisherigen Berechnungen am Tratenbach.

© SZ vom 05.02.2021 / zif
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