bedeckt München 28°

Im Frühjahr:Neubeginn für Lenggrieser Klinik

Reha-Klinik Lenggries

Die Reha-Klinik soll im Frühjahr unter neuer Leitung eröffnen.

(Foto: Manfred_Neubauer)

Ehemaliges Asklepios-Haus wird wieder zur Reha-Einrichtung.

Der Schock war groß, als die Asklepios-Gruppe Anfang vorigen Jahres die Schließung der geriatrischen Rehaklinik in Lenggries bekannt gab. 95 Betten zur stationären Behandlung älterer Menschen fielen mit der Schließung im April 2017 weg, ebenso rund 100 Arbeitsplätze. Nun gibt es in der Fachklinik am Bergweg einen Neubeginn: Im Frühjahr 2019 soll dort wieder eine geriatrische Reha-Einrichtung eröffnen, vorerst allerdings nur mit 60 Betten. Mit den ersten Patienten plant man zwischen Februar und April, spätestens im Sommer 2019 soll die Fachklinik dann voll ausgelastet sein, heißt es in einer Pressemitteilung.

Betrieben wird die Klinik von einem Team um Professor Nikolaus Netzer. Der Internist und Lungenfacharzt aus Unterföhring ist Spezialist für Schlaf-, Sport-, und Höhenmedizin mit einer Zusatzqualifikation als Geriater. Er eröffnete im Jahr 1991 in Bayerisch Gmain das erste klinische Schlaflabor Europas. Netzer unterrichtet seit Jahren an den Universitäten Innsbruck und Ulm Sportwissenschaften und Medizin und betreibt seit 14 Jahren in Bad Aibling eine kleine Rehabilitationsklinik. Das Investorenkonsortium unter Geschäftsführung von Christoph Hertwig, das den Gebäudekomplex im Jahr 2017 von Asklepios gekauft hat, habe sich aus "zahlreichen Anfragen potenzieller Pächter" für Netzers Konzept entschieden. Nach Ansicht des künftigen Betreibers macht die Wiedereröffnung einer geriatrischen Rehaeinrichtung in dem bereits bestehenden Klinikkomplex "doppelt Sinn": Eine entsprechende Nutzung erfahre in Lenggries "ein hohes Maß an Akzeptanz", zudem gebe es im Großraum München Bedarf an geriatrischen Reha-Standorten.

Netzer geht davon aus, dass mit den umliegende Akutkliniken Kooperationsverträge zur Übernahme von Rehapatienten geschlossen werden. Zunächst soll im westlichen Gebäudeteil mit 60 Betten gestartet werden. Für die übrigen Bereiche gebe es Planungen hinsichtlich weiterer ambulanter und stationärer Nutzungen. "Dafür werden wir uns allerdings noch einige Monate Zeit lassen", erklärt der Mediziner. Die Suche nach Personal habe bereits begonnen; "von Reinigung und Hauswirtschaft bis zum ärztlichen Bereich" würden Mitarbeiter gesucht. Vorab seien vom Eigentümerkonsortium "intensive Sanierungsmaßnahmen" vorgenommen worden. Allein in den Brandschutz habe man mehr als eine Millionen Euro investiert, die Aufzüge wurden technisch ertüchtigt, Sanitäreinrichten erneuert und die Terrassen neu angelegt. Auch der Küchenbetrieb soll wieder anlaufen, denn frisch zubereitetes Essen sei ein wichtiger Faktor für den medizinischen Erfolg.

Die Asklepios-Gruppe, die das ursprünglich als neurologische Klinik gebaute Haus 2013 gekauft hatte, begründete die überraschende Schließung damit, dass mittelfristig eine geriatrische Reha-Abteilung in der Tölzer Klinik aufgebaut werde. Das Aus für die Fachklinik in Lenggries nach nur vier Jahren sorgte für Empörung. Bürgermeister Werner Weindl (CSU) hatte das Vorgehen von Asklepios mehrfach als "skrupellos" bezeichnet. Die Gemeinde hat die Nutzung des Klinikareals in einem Bebauungsplan geregelt: Demnach ist dort nur Vorsorge, Rehabilitation oder eine Einrichtung zur "ambulanten Versorgung der einheimischen Bevölkerung" möglich. Auch ein Betriebskindergarten ist festgeschrieben.