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Bergkramerhof: Hotel-Pläne:Wellness in Wolfratshausen

Golfen und Schlafen: Beim Bergkramerhof soll ein Hotel der gehobenen Kategorie entstehen. Die Pläne sind offenbar schon weit gediehen.

Oberhalb von Wolfratshausen soll ein Golf- und Wellnesshotel entstehen. Entsprechende Pläne liegen bereits im Rathaus vor und sollen Anfang Dezember vom Stadtrat behandelt werden. Bisher geht es noch darum, die Bauleitplanung für das Vorhaben zu ändern.

Golfclub Bergkramerhof, 2011

Neben dem Golfclub Bergkramerhof in Wolfratshausen sollenTagungsgäste und Erholungssuchende bald ein Hotel vorfinden.

(Foto: Manfred Neubauer)

Doch die Pläne sind nach Informationen der Süddeutschen Zeitung relativ weit gediehen. Gespräche mit Investoren und möglichen Betreibern wurden geführt. Helmut Danhuber, dem das gesamte Areal am Golfplatz Bergkramerhof gehört, liebäugelt seit längerem mit einem solchen Projekt. Jetzt will er offenbar ernst machen.

"Das ist aktuell", sagte Danhuber auf Anfrage. Der Standort, so nahe an der Autobahn und zwischen München und Garmisch gelegen, sei einfach ideal für ein Hotel. Deshalb werde man Anträge bei der Stadt stellen, den Flächennutzungsplan zu ändern und einen Bebauungsplan aufzustellen. Dies ist mittlerweile geschehen, wie Carlheinz Bartsch bestätigte. Der Wolfratshauser Immobilienmakler ist als Projektentwickler für das geplante Hotel engagiert. Der Bedarf für solch ein gehobenes Hotel sei eindeutig gegeben, sagte Bartsch, das habe sich in vielen Gesprächen bestätigt, die er mit möglichen Investoren und Betreibern geführt habe.

Das Hotel werde in Größe und Ausstattung im Landkreis an der Spitze liegen und auch einen großen Wellnessbereich haben, der etwa auch Tagesgästen offen stehen solle. Konkreter wollte Bartsch unter Verweis auf das frühe Stadium, in dem sich der politische Entscheidungsprozess befindet, nicht werden. Die Stadtratsfraktionen sollen erst in den nächsten Tagen vollends über die Pläne informiert werden und darüber beraten. Anfang Dezember könnten die Änderungen in der Bauleitplanung laut Bartsch im Bauausschuss des Stadtrats behandelt werden.

Im Rathaus hat man die Entwicklung auf dem oberhalb des Bergwalds gelegenen ehemaligen Gutsgelände zuletzt eher zurückhaltend verfolgt. Danhubers Wunsch, seinen an eine Betreibergesellschaft verpachteten Golfplatz von derzeit 18 auf 27 Löcher erweitern zu dürfen, stieß auf Skepsis. Erst als Danhuber reichlich ökologische Ausgleichsflächen anbot, wurden zusätzliche 20 Hektar im Flächennutzungsplan dem "Sondergebiet Golf" zugeschlagen.

Weiter ist seitdem nichts geschehen. Das könnte sich in Verbindung mit dem Hotelbau ändern. Bartsch sagte, letzterer ziele nicht zuletzt darauf ab, die Auslastung des Golfplatzes zu erhöhen. Zugleich solle das Hotel am Bergkramerhof Urlauber ansprechen, die die Nähe zu München und zu den Bergen schätzen, aber auch Geschäftskunden und Kongressgäste.

Bartsch sieht als Einzugsbereich das gesamte Oberland. Er kann sich vorstellen, dass auch Besucher des Werks von Roche Diagnostics in Penzberg in Wolfratshausen nächtigen. Mit der Loisachhalle sei zu beider Nutzen eine Kooperation denkbar, um dort Tagungen zu etablieren. Danhuber und Bartsch sind zuversichtlich, dass ihr Projekt vorankommt.

Das Baurecht für das Hotel am Bergkramerhof mit freiem Blick auf die Berge soll laut Bartsch an der Stelle entstehen, wo bisher der aus drei Gebäudeflügeln bestehende Gutshof steht, in dem viel Raum gar nicht genutzt werde. Golfhotel und Golfclub sollen, wie es heißt, organisatorisch unabhängig geführt werden. Freilich wird mit dem Bergkramerhof die Liste der Hotelbauprojekte im Oberland, - unter anderem in Bad Tölz oder Geretsried -, zunächst nur um eins länger.

In Penzberg hat eine Machbarkeitsstudie gezeigt, dass ein Hotel vermutlich lohnend zu betreiben wäre. Und in Kochel soll eine ehemalige Bildungsstätte in ein Hotel umgewandelt werden. Investoren fanden sich allerdings bisher nicht.

© SZ vom 25.11.2011

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