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Ickinger Politik:Votum für 5000 Solar-Module

Zwischen Bichl und Penzberg steht bereits eine Photovoltaik-Freiflächenanlage, wie sie in Icking entstehen soll.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Gemeinderat ebnet Weg zu Freiflächen-Anlage an der A 95

Von Claudia Koestler, Icking

"Das ist der Startschuss, absolut", sagte Ickings Bürgermeisterin Verena Reithmann (UBI) zu der Freiflächen-Photovoltaikanlage, die schon in den nächsten Wochen im Gemeindegebiet entstehen könnte und dann Strom für an die 500 Haushalte liefern soll. Auf etwa 2,6 Hektar privatem Grund werden den Planungen zufolge 5000 Solar-Module auf rund 1,96Hektar entstehen, die nach Süden ausgerichtet werden. In der vorangegangenen Sitzung des Gemeinderates wurde für das Projekt östlich der Autobahn 95 in Walchstadt ein sogenannter Durchführungsvertrag zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan vorbesprochen. Am Montag nun lag er den Gemeinderäten zum Beschluss vor. Den Vertrag segneten die Mitglieder des Ratsgremiums den Vertrag nicht nur ab, Reithmann unterzeichnete ihn auch gleich in der Sitzung. Denn ihre Signatur unter dem Papier war rechtlich notwendig, um in der Folge auch den vorhabenbezogenen Bebauungsplan beschließen zu können - was ebenfalls einstimmig vonstatten ging.

Ein vorhabenbezogener Bebauungsplan, der für das Projekt erforderlich ist, werde typischerweise von einem Vertrag zwischen Kommune und Bauherren begleitet, sagte Reithmann. Schließlich sei es wichtig, dass sich die Vertragspartner bei einem solch großen Vorhaben absicherten. In dem Kontrakt wird zum Beispiel die Verpflichtung des Bauherren zum Rückbau der Anlage geregelt, wenn diese irgendwann nicht mehr genutzt werden kann. Der Bürgermeisterin zufolge muss der Vorhabenträger deshalb zwischen dem 11.und 20. Betriebsjahr finanzielle Rücklagen bilden - als Sicherung, dass bei einem Rückbau die Gemeinde nicht auf den Kosten sitzen bleibt. Die Erschließung während der Bauphase, bei dem die Ortsteile Wadlhausen und Walchstadt nicht von Baufahrzeugen belastet werden sollen, ist in dem Vertrag ebenso geregelt wie ein Brandschutzkonzept und die Auflage für den Bauherren, die zuständige Feuerwehr bei Bedarf auf eigene Kosten mit den nötigen Gerätschaften auszustatten, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Für den Satzungsbeschluss zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan war seit der vorangegangenen Auslegung auch noch ein Blendgutachten erstellt worden. Da die Freiflächen-Photovoltaikanlage an der Garmischer Autobahn liegen wird, wollte die Autobahndirektion wissen, ob die Module bei einem gewissen Sonnenstand die Autofahrer in ihrer Sicht einschränken könnten. Das Gutachten habe nun ergeben, dass dies nicht der Fall sein werde: "Man kann davon ausgehen, dass von der Anlage keine Blendwirkung ausgehen wird", erklärte Reithmann. Genau überprüft wurde zudem, wie es sich mit dem Ausgleich verhalte: Unter den Modulen sei eine extensive Bewirtschaftung mit Mahd oder Beweidung möglich, weshalb die Fläche zu einem Teil auch als Ausgleichsfläche diene, ebenso wie die Eingrünung um das Areal.

Ein Baugenehmigungsverfahren für das Projekt ist nun nicht mehr notwendig, "was heißt, dass die Bauherren jetzt loslegen können", so Reithmann. Ihres Wissens nach soll die Anlage schon im ersten Quartal 2021 stehen.

© SZ vom 24.02.2021
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