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Ickinger Politik:Essen retten im Isartal

Verfassungsbeschwerde 'Containern'

Lebensmittel, deren Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist, will die Gemeinde Icking künftig retten.

(Foto: dpa)

Gemeinde unternimmt Vorstoß für Foodsharing-Station

Eine Foodsharing-Station einzurichten, das könnte sich eine Mehrheit im Ickinger Gemeinderat gut vorstellen. Auf Antrag der SPD soll die Gemeinde deshalb Kontakt mit dem örtlichen Rewe-Supermarkt aufnehmen. "Es handelt sich um in den Geschäften aufgestellte Kühlschränke mit Lebensmitteln, deren Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist und die kostenlos abgegeben werden, ehe sie im Müll landen", erklärte Julian Chucholowski (SPD) das Konzept, wie es etwa auch in einem großen Pullacher Markt offensichtlich erfolgreich betrieben werde. "Wir haben zwar nicht die Klientel, die containern geht, aber es wird zu viel weggeschmissen."

Gegenwind kam von Christoph Preuss (CSU), der fürchtete, den Lebensmittel-Tafeln in Wolfratshausen und Schäftlarn mit dem Foodsharing unliebsame Konkurrenz zu machen. "Da haben wir doch eine gut funktionierende kostenlose Lebensmittelabgabe", meinte er. Zumal er in der reichen Isartalgemeinde das Potenzial der Bedürftigen als gering einschätzt: "Es sollte doch demjenigen zugute kommen, der es wirklich braucht, aber beim Foodsharing kann sich jeder bedienen."

Die Grünen indes hatten beim Supermarktbetreiber schon vorgefühlt und sich berichten lassen, dass dieser bislang etwa die Milchprodukte mit Rabatt bis zum letzten Tag verkauft und nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum die Weitergabe an die Tafeln unzulässig sei. Für Bürgermeisterin Verena Reithmann (UBI) ist es zwar ausgeschlossen, dass die Gemeinde selbst als Betreiber auftritt, wie es die SPD gern gesehen hätte. "Aber ich habe kein Problem damit, den Rewe anzusprechen."

© SZ vom 18.09.2020 / shau

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