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Ickinger Politik:1000 Euro für den  Rottweiler

Gemeinde erhöht die Hundesteuer

Von Claudia Koestler, Icking

An der Steuerschraube zu drehen, kann zu einem Aufjaulen bei den Betroffenen führen. Ein solch heißes Eisen fassten der Planungs- und Finanzausschuss des Ickinger Gemeinderats vor Kurzem an, und zwar mit der örtlichen Hundesteuer: Um in Zeiten der pandemiebedingt klammen Kasse nicht nur zu sparen, sondern auch mehr Einnahmen zu generieren, sollte die Steuer für Hunde von bisher moderaten 25 Euro jährlich auf 80 Euro erhöht werden, so der Vorschlag. Nun aber ruderte der Ickinger Gemeinderat bei seiner Diskussion über die Beschlussvorlage am Montag zurück, zumindest ein bisschen: Statt der geforderten 80 Euro sollen Hundebesitzer in der Kommune künftig 60 Euro im Jahr pro Hund berappen. Das konnte sich schließlich eine Mehrheit der Gremiumsmitglieder vorstellen und votierte schlussendlich dafür, nachdem der Vorschlag der 80 Euro zuvor durchgefallen war. "Die 80 Euro waren dem Gemeinderat dann doch zuviel. Einige hatten Sorge, dass sie damit die Bürger überfordern könnten", erklärte Rathauschefin Verena Reithmann (UBI) hinterher.

Richtig teuer wird es allerdings für diejenigen, die in der Isartalgemeinde einen sogenannten Kampfhund halten, also einen Vierbeiner der Rassen Mastiffs, Rottweiler oder Bullterrier zum Beispiel. In Zukunft müssen Besitzer dafür 1000 Euro im Jahr pro Hund zahlen. Bislang hatte die Gemeinde Icking für solche Vierbeiner keinen speziell erhöhten Satz, auch für sie galten die 25 Euro pro Jahr. Allerdings gab es eine Staffelung bei mehr als einem Tier: Bisher verlangte Icking, wie die meisten anderen Kommunen im Oberland, für den Zweithund doppelt so viel wie für den ersten, nämlich 50 Euro. Ein dritter Hund schlug mit 100 Euro zu Buche. Diese Staffelung wird nun abgeschafft. Künftig kostet jeder weitere Hund in Icking ebenfalls 60 Euro, jeder weitere Kampfhund indes weitere 1000 Euro.

© SZ vom 24.02.2021
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