Am 13. Oktober 1974 beginnt es in Icking zu regnen. Es regnet bis Weihnachten, ohne Pause, ohne Erbarmen. Vigdis Nipperdey sitzt in einem Haus, das noch keine Straße hat, nur Lehm. Man kommt nur mit Gummistiefeln raus und muss hoffen, nicht im Schlamm zu versinken. Ihr Mann Thomas ist in Oxford, ein Gastsemester. Sie ist allein, mit dem kleinen Harald, der krank auf die Welt gekommen ist, und schwanger mit dem zweiten Kind. In diesem Moment trifft Vigdis Nipperdey eine Entscheidung, die ihr weiteres Leben prägen wird – und genauso das Dorf im Münchner Süden, in dem sie lebt: „Ich werde hier nicht sitzen und versauern“, erinnert sie sich mit derselben Energie im Blick, die erahnen lässt, wie sie damals durch den Schlamm stapfte – zum evangelischen Pfarrer, zum katholischen Pfarrer, zur Gemeindeversammlung, zu allem, wo etwas los war. Und zur CSU.
Kommunalpolitik im Isartal„Ich werde hier nicht sitzen und versauern“
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Vigdis Nipperdey war Juristin, Hochschulrätin und 48 Jahre lang Gemeinderätin in Icking. Über eine der bemerkenswertesten Frauen im Isartal – und darüber, wie Politik im Lokalen funktioniert.
Von Claudia Koestler, Icking
