Ickinger Politik:Klares Ja für Mobilfunk-Standort

Ickinger Politik: In Icking soll nun nach langer Debatte doch ein Mobilfunkmast bei den Tennisplätzen gebaut werden.

In Icking soll nun nach langer Debatte doch ein Mobilfunkmast bei den Tennisplätzen gebaut werden.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Nach monatelangem Ringen ist in Icking die Entscheidung für einen Mast bei den Tennisplätzen gefallen.

Von Susanne Hauck

Die Gemeinde Icking hat es sich wahrhaftig nicht leicht gemacht mit der Frage, wohin mit dem Mobilfunkturm, den das Telekommunikationsunternehmen Vodafone plant. Aber nach viel Hin und Her sind die Würfel nun doch gefallen, und das für einen zwar höheren, aber strahlungsärmeren Mast. Als die Gemeinderäte am Montag zur Abstimmung aufgerufen waren, gab es ein klares Ergebnis. Nahezu einstimmig befürworteten sie - zum zweiten Mal - den Standort bei den Tennisplätzen am Sportplatz. Bis zuletzt blieb es beim Nein von SPD-Vertreter Julian Chucholowski. Vigdis Nipperdey und Otto Güllich von der Ickinger Initiative sowie Christoph Preuß (CSU) hatten sich von der Sitzung entschuldigen lassen.

Zuvor hatte Bürgermeisterin Verena Reithmann (UBI) die von Chucholowski eingeforderte juristische Stellungnahme verlesen, in der es darum ging, ob die Kommune dem Mobilfunkbetreiber nicht doch den Standort an der steilen Hangkante zumuten könne, obwohl dieser von Vodafone wegen bautechnischer und wirtschaftlicher Bedenken bereits abgelehnt worden war. "Das halte ich für sehr riskant", sprach sich Frank Sommer gegen ein solchen Vorgehen aus.

Der Rechtsanwalt der Gemeinde war in der Sitzung zwar nicht persönlich zugegen, räumte in einem Schreiben der Kommune vor Gericht aber nur wenig Chancen ein. Auf einen abgelehnten Standort zu verweisen, obwohl innerhalb der Konzentrationsfläche die Möglichkeit für einen Mast bestünde, der einfacher und günstiger zu errichten und zudem wegen der geringeren Höhe auch noch verträglicher in der Erscheinung sei, "das wird für ein Gericht nur schwer nachvollziehbar sein". Grundsätzlich hielt er die Argumente Vodafones für gerechtfertigt.

Sommer machte außerdem darauf aufmerksam, dass die Gemeinde mit der Ausweisung einer Konzentrationsfläche bereits zu erkennen gegeben habe, dass sie grundsätzlich jeden Standort innerhalb der Zone für geeignet halte.

"Eine strahlenoptimierte und zugleich unsichtbare Variante gibt es nicht", fasste Reithmann die Aussage des Rechtsanwalts zusammen. Die Rathauschefin ging auch auf den von einigen Seiten immer wieder vorgebrachten Vorschlag ein, doch auf den allerersten Standort am Sportplatz zurückzugehen. Hier war so gut wie alles unter Dach und Fach gewesen, bis die Grundstückseigentümerin ihr Angebot wegen Drohungen durch Mobilfunkgegner zurückgezogen hatte. "Ich hätte ein menschliches Problem damit, den Standort gegen den Willen des Eigentümers durchzusetzen", sagte sie.

Auch wenn Julian Chucholowski weiter hartnäckig bei seinen Bedenken blieb, das Gros der Gemeinderäte hielt das Ganze nach monatelanger Debatte für ausdiskutiert. Sie plädierten für eine Abstimmung, zumal der Standort bereits im April befürwortet worden und lediglich noch einmal nachsondiert worden war. "Wenn wir uns jetzt nicht entscheiden, sind wir die Deppen", verwies Stefan Schneider (UBI) auf das Risiko, dass sich Vodafone wegen der endlosen Verhandlungen eine andere, nicht mit Gemeinde abgestimmte Fläche suchen würde.

Bürgermeisterin Reithmann will nun für das weitere Vorgehen die beiden benachbarten Sportvereine miteinbeziehen: "Ohne die Mitarbeit der Vereine werden wir keinen Vertrag abschließen", kündigte sie an. Während der Tennisclub bereits zugesichert habe, den Vorstellungen des Gemeinderats folgen zu wollen, werde der Wintersportverein Icking (WSVI) demnächst seine Mitgliederversammlung abhalten.

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