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Icking:Offene Türen und ein papierloser Gemeinderat

Kommunalwahl 2020

Verena Reithmann hat sich in Icking bei der Wahl gegen drei Mitbewerberinnen durchgesetzt.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Verena Reithmann, einzige Frau an der Spitze eines Rathauses im Landkreis, stürzt sich in die Themen

Bei diesem Reizwort muss Verena Reithmann herzlich lachen: "Reue? Aber nein, das wäre ja tragisch", antwortet sie auf die Frage, ob sie inzwischen das Ickinger Kommunalwahlergebnis vom Frühjahr dieses Jahres bedauere. Im Gegenteil, die neue Bürgermeisterin der Isartalgemeinde, die sich für die Unabhängige Wählerliste Icking (UBI) gegen drei Mitbewerberinnen durchgesetzt hatte, fühlt sich im neuen Job angekommen, wie sie betont. "Die ersten Tage sind wie an jeder anderen neuen Arbeitsstelle verlaufen, nämlich, indem man die Kollegen kennenlernt. In unserem Fall kannten wir uns aber schon ein bisschen, was wunderbar war, die Basis war schon eingespielt, so dass wir gleich in die Themen einsteigen konnten", berichtet sie. Eines dieser Themen, das auch schon umgesetzt sei: die bereits seit zwei Jahren geplante Einführung des papierlosen Gemeinderats. "Und wir haben uns auch in das Thema Wasserversorgung gestürzt", sagt Reithmann. Das umfasse eine neue wasserrechtliche Genehmigung für den Brunnen und einen Notverbund mit Schäftlarn. Nach den Corona-Lockerungen könnten Bürger auch wieder außerhalb der Bürgermeister-Sprechstunde und anderen vereinbarten Terminen im Rathaus vorstellig werden - offene Türen also im Rathaus, was von den Ickingern auch rege genutzt werde. "Ich habe im Zuge der Gemeinderatssitzung zum Thema Mobilfunk auch gesagt, wenn jemand mehr Informationen haben will, kann er gerne kommen", sagt Reithmann. Dieses Angebot sei von fünf Bürgern genutzt worden.

Dass Reithmann im Landkreis die einzige Chefin eines Rathauses ist, sei bislang "überhaupt kein Thema im Alltag", erklärt sie. Nur eines habe sich geändert in den vergangenen 100 Tagen: Da ihre Kinder aus dem Hause seien und ihr Mann ebenfalls arbeite, habe es zu Hause "haushälterisch ein paar Verschiebungen" gegeben, sagt sie.

© SZ vom 08.08.2020 / cjk

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