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Icking:Neuer Funkmast am Sportplatz

Gemeinde Icking hofft, dass andere Betreiber die Antenne mitnutzen und sich die Belastung für Anwohner verringert.

Von Claudia Koestler, Icking

Die Mobilfunkantennen in Icking haben viele Jahre lang den Unmut der Bevölkerung hervorgerufen: Zu hoch sei die Strahlenbelastung an ihren bisherigen Standorten an der Mittenwalder Straße und südlich des Bauhofs. Nun kündigt sich eine Lösung an: Vodafone Mobilfunk sucht einen neuen Platz für einen 20 bis 30 Meter hohen Funkmast östlich des Sportplatzgeländes. Nicht nur deckt sich der Bereich mit Ickings Teilflächennutzungsplan Mobilfunk als verträglicher Standort. Die Gemeinderäte und das Umweltinstitut München hoffen zudem, dass die neue Antenne später auch von allen anderen Betreibern mitgenutzt werden könnte und damit die Strahlenbelastung für die Bürger geringer wird. Daher haben Bürgermeisterin Margit Menrad (UBI) und die Räte in ihrer jüngsten Gemeinderatssitzung für den Standort gestimmt.

Bei einem Ortstermin hatte sich herausgestellt, dass auf dem Gelände des Tennisclubs kein geeigneter Standort zu finden war und der Grund der Gemeinde zu nah an der Hangkante liegt, so dass ein Fundament technisch dort nicht zu installieren ist. Übrig blieb der Standort auf der Wiese südlich der Tennisplätze. Die Grundstückseigentümerin hat laut Menrad bereits ihr Einvernehmen signalisiert.

Der neue Funkmast könnte andere Standorte überflüssig machen

Auf Nachfrage hatte Vodafone der Gemeinde mitgeteilt, dass der Mast eine Stahlkonstruktion von 20 bis 30 Meter werden soll. Nach der Fertigstellung werde eine Grundfläche von zehn mal zehn Metern benötigt. Aus heutiger Sicht sei beabsichtigt, nur einen Standort in Icking zu betreiben, folglich würde der existierende Standort aufgegeben, sagte die Rathauschefin. "Wir haben also die Hoffnung, dass die anderen mitziehen - zwingen kann man sie jedoch nicht." Allerdings hält es Hans Ulrich vom Umweltinstitut München für "sehr wahrscheinlich, dass mindestens ein weiterer Betreiber den neuen Mast mit nutzen will", zumal Vodafone selbst plane, dass die Antennen von Telefonica und Telekom, die bislang an der Mittenwalder Straße und südlich des Bauhofs funken, dort Platz finden könnten.

Ein "Ding der Kunst und der Schönheit" sei es nicht, merkte Claudia Roederstein (UBI) angesichts der Größe des Mastes an. Aber es sei "in der Tat ein Schritt in die richtige Richtung". Ein Mobilfunkstandort könne nie wirklich schön sein, entgegnete Ulrich, aber er sollte möglichst verträglich sein: "Emissionsminimierung und beste Versorgung, die Kombi wird eine Sogwirkung auf andere haben." Der Platz an der Mittenwalder Straße hingegen sei der denkbar ungünstigste, "weil die Nachbarn direkt angestrahlt" würden. Sein Fazit deshalb: "Ihre Lage verbessert sich deutlich, es geht dann Schritt für Schritt, dass sich alles zum Besseren entwickelt."

© SZ vom 29.03.2016
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