Ickinger Politik:Kostenschock bei Schulturnhalle

Coronavirus

In der Corona-Krise hat die Ickinger Grundschule sehr kreativ sichergestellt, dass die Schüler dort Abstand halten. Nun muss kreativ darüber nachgedacht werden, wie die Kosten für den Neubau der Turnhalle vielleicht doch noch reduziert werden können.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Machbarkeitsstudie prognostiziert fünf bis acht Millionen Euro für Ickinger Neubau

Von Susanne Hauck

Eine neue Turnhalle mit Kosten in Millionenhöhe droht die Finanzen der Gemeinde Icking zu sprengen - davon wollen sich die Gemeinderäte der Kommune aber nicht entmutigen lassen. Dass die 1975 errichtete Turnhalle Sanierungsbedarf hat, ist nichts Neues. 2015 etwa diagnostizierte ein einbestellter Architekt, dass "einiges im Argen liege" und schätzte die Sanierung auf über 600 000 Euro, einen einfachen Neubau auf 2,5 Millionen Euro. Vor ein paar Monaten entschied sich der Gemeinderat, das Thema wieder anzupacken und gab eine Machbarkeitsstudie in Auftrag. Das Geretsrieder Architekturbüro G+O stellte nun am Montag Pläne und Zahlen vor. Schnell war klar, eine Sanierung der alten Turnhalle lohnt sich nicht mehr, weil die Kosten annähernd so hoch ausfallen dürften wie ein Neubau. Architekt Peter Oppenheimer warnte außerdem vor dem Ausbleiben von Fördertöpfen für den aufgehübschten Altbau: "Für eine Komplettsanierung würden Sie wahrscheinlich keine Zuschüsse kriegen." Von sechs Grundrissen, die Kollegin Christine Müller in der Sitzung präsentierte, gefielen den Räten besonders diejenigen Varianten, die statt einem Ersatzbau an alter Stelle einen Neubau auf der jetzigen als Bolzplatz genutzten Rasenfläche vorsahen und über die Wadlhauser Straße erschlossen wären. Nicht nur eine Einfachturnhalle fände dort problemlos Platz, sondern sogar eine Zweifachturnhalle. Sie wäre mit einem Gang ans Haupthaus angebunden. Ein Neubau hätte zudem den Vorteil, dass der Turnunterricht in der Bauphase von etwa 20 bis 22 Monaten nicht ausfallen müsste.

Die Räte fragten aber auch nach den Kosten - und mussten schlucken. 4,7 Millionen Euro für eine Einfach- und 8,2 Millionen Euro für eine Zweifachhalle. Auch wenn bei der ganzen Maßnahme Fördergelder von rund 40 Prozent zu erwarten sind - die Krux dabei ist, dass die Baukosten pauschal auf etwa zwei Millionen gedeckelt sind. Icking solle die Flinte nicht ins Korn werfen, war die Botschaft des auf Schulsanierung spezialisierten Architekturbüros. Hüten solle sich die Gemeinde nur vor einem, nämlich kleckerweise an der Schule herumzubauen. "Sonst wird das ein Millionengrab", prophezeite Oppenheimer, der stattdessen zu einem Masterplan riet und diesen in Stufen abzuarbeiten. "Überlegen Sie sich genau, wohin Sie mit der Schule wollen und loten Sie den Platzbedarf in der Zukunft aus." Künftige Erweiterungsmöglichkeiten sieht er etwa mit einer Aufstockung des teils dreigeschossigen Turnhallenneubaus oder einer Verlegung des Hartplatzes auf das Dach. Der Abbruch der alten Turnhalle werfe Fragen zur künftigen Nutzung des unterkellerten Baus auf. Um an weitere Fördergelder zu kommen, empfahl er sich mit den örtlichen Vereinen oder dem Gymnasium zusammenzutun.

Insgesamt waren die Räte angetan. Stefan Schneider (UBI) pochte angesichts der jüngsten Starkregenereignisse auf ein ordentliches Entwässerungskonzept. Beschlossen wurde in der Sitzung noch nichts. Ein erster Schritt ist jetzt die Klärung des Raumbedarfs. Außerdem sollen Gespräche mit den Vereinen aufgenommen werden.

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