Geht es nach Bürgermeisterin Verena Reithmann (UBI), sollte Icking seinen Primärenergiebedarf bis 2028 allein mit erneuerbaren Energien auf eigener Flur decken. So steht es jedenfalls in einem Antrag ihrer Gruppierung. Auf einen Kriterienkatalog, mit dem das Ziel möglichst landschaftsschonend und für die Bürger vorteilhaft erreicht werden soll, konnte sich der Ickinger Gemeinderat jüngst aber immer noch nicht verständigen. Das Gremium beschloss laut Reithmann, dass sich der Umweltausschuss nochmals vertieft mit der Thematik auseinandersetzen soll. Bereits in der Septembersitzung hatten sich die Ickinger Räte nicht einigen können.
Gerade Freiflächen-Photovoltaikanlagen sind umstritten, weil diese im Landschaftsbild auffallen. Der Antrag der Ickinger Initiative, das diskutierte Vorhaben an der Bundesstraße 11 zwischen Icking und Ebenhausen abzulehnen, fiel im Gemeinderat allerdings durch. Das Vorhaben des Technologieunternehmens Vispiron, das schon die bestehende Anlage im Ortsteil Walchstadt gebaut hat, sieht Solarmodule auf einer Fläche von 4,5 Hektar vor, die eine Leistung von 4,5 Millionen Kilowattstunden jährlich erbringen sollen. Im Gemeinderat ist der Plan jedoch auf geteilte Meinungen getroffen, zahlreiche Mitglieder fühlten sich davon überrumpelt, eine Entscheidung blieb aus. Ebenso habe das Gremium entschieden, dass sich erst noch der Umweltausschuss eingehender mit dem Bürgerantrag zur solaren Baupflicht beschäftigen solle, so Reithmann.
Aus Sicht der Ickinger Bürgermeisterin wird es für die Kommune nur möglich sein, den Primärbedarf, der in Icking mit etwa 38 Millionen Kilowattstunden im Jahr beziffert wird, mit einer Mischung aus erneuerbaren Energieträgern zu decken. Darunter fallen neben der Photovoltaik auch die Windkraft oder dezentrale Biomassekraftwerke zur Wärmegewinnung. Den möglichen Mix soll laut Kriterienkatalog der UBI die Verwaltung ebenso prüfen, wie die Möglichkeiten, unter PV-Freiflächenanlagen auch Landwirtschaft zu betreiben. Vorhabenträger sollten ihren Sitz in Icking haben und den Bürgern ermöglichen, sich über eine Energiegenossenschaft mit mehr als 25 Prozent an den Projekten zu beteiligen, so Reithmann.