Gerüstet für den StromausfallNotunterkunft im Rathaus

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Auch das idyllische Icking macht sich Gedanken über einen eventuellen Katastrophenfall.
Auch das idyllische Icking macht sich Gedanken über einen eventuellen Katastrophenfall. (Foto: Manfred Neubauer)

Die Gemeinde Icking bereitet sich auf einen möglichen Blackout vor.

Von Susanne Hauck, Icking

Kein Telefon, keine Heizung, kein Herd, kein Kühlschrank. Im Zuge der Energiekrise geht das Schreckgespenst eines Blackouts um, also eines länger dauernden und flächendeckenden Stromausfalls. Der Ickinger CSU-Gemeinderat Christoph Preuss wollte in der Sitzung am Montag von Bürgermeisterin Verena Reithmann (UBI) per Antrag wissen: Wie gut ist die Kommune für den Ernstfall vorbereitet und wie will sie die Versorgung der Bürger sicherstellen? Der Mediziner legte dazu nicht nur eine lange Checkliste vor, sondern sorgte sich insbesondere um kranke und pflegebedürftige Menschen. Denn für sie bedeute es den Tod, wenn etwa deren Beatmungsgeräte für längere Zeit ausfielen.

Im Rathaus hat man sich bereits Gedanken zu der Thematik gemacht, ist allerdings frustriert von der Zusammenarbeit mit dem Landratsamt als zuständiger Katastrophenschutzbehörde. "Wir sind auf dem Weg, aber es ist mühsam", sagte Reithmann. "Die Unterstützung ist gleich null." So sei die Gemeinde noch nicht ausreichend gerüstet, sollte der Ernstfall in diesem Winter eintreten. Die für medizinische Geräte notwendigen speziellen Notstromaggregate seien im Moment ausverkauft und erst Mitte des kommenden Jahres wieder lieferbar. Der Katastrophenplan sieht vor, Notanlaufstellen für die Bevölkerung einzurichten, die 24 Stunden besetzt sein sollen. In Icking ist das das Rathaus, in Dorfen das Feuerwehrhaus. Sie könnten Strom von Generatoren bekommen, wie sie die Landwirte verwenden und mittels analogen Funkgeräten Kontakt halten. Die Gemeinde ist dabei, eine Befragung der Bevölkerung vorzubereiten. Sie soll unter anderem klären, welche Menschen pflegebedürftig sind und mögliche Ärzte für die Ersthilfe rekrutieren. Die Bürgermeisterin stellte jedoch klar, dass die Gemeinde nicht die vollständige Versorgung der Patienten übernehmen könne. "Wir gehen davon aus, dass die Pflegedienste auch bei einem Blackout weiterexistieren", sagte Reithmann.

Ein großes Thema bei den Notstromaggregaten ist die Treibstoffversorgung. Hier sei die Avia-Tankstelle am Ort bereit, der Gemeinde im Notfall unter die Arme zu greifen. Ein mobiler Dieseltank sei bereits angeschafft worden. Damit könne bei einem längeren Stromausfall auch das Pumpenhaus versorgt und so die Trinkwasserversorgung gesichert werden.

Es laufen auch bereits Gespräche mit dem Rewe-Supermarkt, damit die Gemeinde dort Lebensmittelvorräte kaufen kann. "Wir sind dabei, eine Lösung zu schnitzen, dass niemand verhungern muss, wenn der Laden zu ist", so Reithmann. Sie sah aber auch die Bürger in der Pflicht, selber Vorräte anzulegen und sich gegenseitig zu helfen. "Eine Suppenküche werden wir nicht anbieten können." Kümmern müssten sich die Leute auch um die Beheizung. Die Gemeinde sei nicht in der Lage, die Wärmeversorgung der Privathäuser sicherzustellen. Allerdings sind Schlafstellen in größerem Umfang geplant, kündigte Reithmann an. Ein Abstimmungsbedarf ergab sich aus dem Antrag nicht, der Gemeinderat wird demnächst wieder zum Thema Blackout beraten.

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