Süddeutsche Zeitung

Migration im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen:Icking sucht Paten für Geflüchtete

Gemeinde setzt auf freiwillige Helfer für Erstorientierung und Unterstützung von Asylbewerber und -familien.

Von Claudia Koestler, Icking

Die Gemeinde Icking will "vorbereitet sein für weitere Zuzüge in unsere Gemeinde". Das erklärt die Zweite Bürgermeisterin Claudia Roederstein (UBI) und kündigt aus diesem Grund den Aufbau eines neuen Patennetzwerks an. Hierfür werden Interessierte gesucht. "Mit Patenschaften und Ansprechpartnern für jeweils eine Familie, einen Asylbewerber, haben wir bereits bei der ersten Flüchtlingswelle 2015/16 gute Erfahrungen gemacht", so Roederstein weiter. Der starke Helferkreis, der sich damals spontan gebildet hat, als die Turnhalle des Gymnasiums belegt wurde, habe ganz wesentlich dazu beigetragen, dass diese besondere Herausforderung mitten in Icking reibungslos und ruhig abgelaufen ist. "Wir sind nun wieder gefordert als Gemeinschaft, auch wenn derzeit kein größeres Kontingent ansteht und wir noch nicht genau über die Zuweisungen bis Jahresende informiert sind", erklärt die Vize-Rathauschefin.

Eine Erstorientierung für Fremde zu geben, sei der erste Schritt: Wo findet man was in Icking und Umgebung, wo befinden sich Kindergärten, Schulen und Ähnliches, wie kommt man mit Bus oder S-Bahn von A nach B. Dann folgen laut Roederstein die nächsten Schritte wie Deutsch lernen, Unterstützung bei Hausaufgaben, Vermittlung bei Behördengängen und Hilfe bei Fragestellungen zur beruflichen Integration. Im Anschluss werde es wichtig sein, ab und zu Kontakt zu halten und bei Alltagsproblemen zu unterstützen.

Interessierte für eine solche Patenschaft entscheiden selbst, wie viel Zeit sie zu welchen Themen zur Verfügung stellen möchten oder können. "Sie fungieren als Mittler zwischen den Anliegen der Familie, den Asylbewerbern und der Gemeinde. Sie müssen nicht die komplette Betreuung und Verantwortung übernehmen", betont Roederstein. Paten würden begleitet, es werde ein Treffen vorab geben und es soll ein regelmäßiger Austausch stattfinden. "Lassen Sie uns gemeinsam und mit den Erfahrungen von 2015 die zukünftigen Entwicklungen meistern", schließt die Zweite Bürgermeisterin und betont die Dankbarkeit der Gemeinde für jedwede Unterstützung.

Wer sich angesprochen fühlt oder Fragen hat, kann Roederstein direkt kontaktieren unter der E-Mail-Adresse croed@gmx.de oder per Telefon unter 081 78/14 66.

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