Hortplätze und Unterführungen Mehr für Radler und Eltern

Bürgermeister Michael Müller beantwortet Bürgerfragen in lockerer Runde. Die Versammlung findet an jährlich wechselnden Standorten statt - diesmal in der Feuerwache Nord.

(Foto: Felicitas Amler)

In der Bürgerversammlung Geretsried wird nach neuen Verkehrswegen und besserer Kinderbetreuung gefragt. Vom Landrat gibt's Lob fürs Bauen

Von Felicitas Amler, Geretsried

Verbesserungen für den Radverkehr und in der Kinderbetreuung: Diese Themen haben die Bürgerversammlung Geretsried am Donnerstagabend stark beschäftigt. Die großen Bauprojekte - das neue Stadtzentrum und die geplanten 768 Wohnungen an der Banater Straße - kamen lediglich in der Einführungsrede von Bürgermeister Michael Müller (CSU) vor. Die Bürger hakten dazu nicht nach, jedenfalls nicht im öffentlichen Teil. Die Bürgerversammlung Geretsried bietet aber auch die Möglichkeit, sich mit Mitarbeitern der Stadtverwaltung direkt zu unterhalten. Der Saal - diesmal in der Feuerwache Nord - ist dazu mit Schautafeln gestaltet, auf denen einzelne Themen dargestellt werden.

Müller führte an diesen Tafeln entlang in die Pläne der Stadt ein, darunter waren auch die Dauerbrenner: der seit Jahrzehnten erhoffte Anschluss an die S-Bahn und die Verlegung der Bundesstraße 11 nach Westen samt vierspurigem Ausbau. Beide Realisierungen sind nach wie vor nicht sicher zu datieren. Bei der S-Bahn bringt Müller die Perspektive inzwischen auf die Formel "Zehn Jahre plus".

Für das von der Wolfratshauser Krämmel-Gruppe geplante und von der Stadt unterstützte Wohnbauprojekt Banater Straße mit 30 Prozent Sozialwohnungen erhielten Müller und der Stadtrat großes Lob aus dem Landratsamt. Der Dritte Landrat Klaus Koch (Grüne) überbrachte den Dank von Landrat Josef Niedermaier (FW) für die Bautätigkeit in Geretsried. Die Wohnungsnot sei das "Riesenproblem" derzeit, sagte Koch. Jeder Kommunalpolitiker erfahre das mehrmals pro Woche, wenn er von Wohnungssuchenden um Hilfe gebeten werde. Die einzige Lösung sei es, Innenräume zu verdichten, und genau dies geschehe in Geretsried: "Wir sind stolz auf euch."

Der Fahrradverkehr in der Stadt müsse verbessert werden, darin waren sich mehrere Redner und Antragsteller einig. Resi Harth - nach eigenem Bekunden "als Radfahrerin in Geretsried sehr bekannt" - machte sich für Über- oder Unterführungen in den Bereichen Breslauer Weg/Tattenkofener Straße und Blumenstraße/B 11 stark. Im ersten Fall signalisierte Müller grundsätzliche Bereitschaft, sprach aber von Hindernissen wie Naturschutz und Grundwasser; im zweiten kündigte er ohnehin Veränderungen durch eine neue Ampelanlage an. Den Antrag von Lena Gneist, die Stadt möge zum Ausleihen für die Geretsrieder drei Lastenfahrräder anschaffen (ein kleines, ein großes, ein elektrisch unterstütztes) will Müller in den Stadtrat einbringen.

Mehrere Eltern sind besorgt wegen der Kinderbetreuung in der Stadt. Müller kündigte kurzfristig neue Räume für Mittagsbetreuungen an den Grundschulen und mittelfristig einen neuen Hort an. Werner Rampfel, im Rathaus dafür verantwortlich, sagte, es laufe aktuell eine Umfrage. "Eines steht aber schon fest: Wir haben ganz großen Bedarf."