Hochwasser und Starkregen in Bad Tölz-Wolfratshausen„Mit blauem Auge davongekommen“

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Die Loisach bei Beuerberg führt nach ergiebigen Regenfällen deutlich mehr Wasser als normal.
Die Loisach bei Beuerberg führt nach ergiebigen Regenfällen deutlich mehr Wasser als normal.
Hartmut Pöstges

Nach Tagen mit extremen Niederschlägen sinken die Pegel im Landkreis langsam ab. Die Feuerwehren verzeichneten an die 60 Einsätze, zumeist um Orte und Häuser vor Überflutung zu schützen. In Puppling kann eine Katastrophe gerade noch verhindert werden.

Von Claudia Koestler, Bad Tölz-Wolfratshausen

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Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen ist bei dem Hochwasser am Wochenende „noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen“: Dieses Fazit hat am Sonntag Kreisbrandrat Erich Zengerle gezogen. An die 60 Einsätze verzeichneten die Helferinnen und Helfer der Feuerwehren im Kreis. Dabei habe es in jeder Kommune zwar vereinzelte Brennpunkte gegeben: In Arzbach etwa konnten die Wassermassen nicht mehr abfließen, sodass die Verbauungen im Bachbett herausgenommen werden mussten. In Thanning führte der Bach so viel Wasser, dass der Weiher es nicht mehr fassen konnte. Um die Ortschaft vor Überflutung zu schützen, leitete die Feuerwehr den Bach auf eine freie Wiese um, die als Pufferbecken diente. In Aumühle waren Häuser in Gefahr, weshalb mit Sandsäcken und Pumpen das Wasser zurückgedrängt werden musste. Auch in den Städten kam es zu überfluteten Kellern, sodass insbesondere am Samstag und in der Nacht auf Sonntag vielerorts die Pumpen liefen und Helfer im Einsatz waren. Unterm Strich aber, so Zengerle, seien im Landkreis keine Menschen zu Schaden gekommen, das sei das Wichtigste.

Das aber hätte um ein Haar anders ausgehen können. Denn am Samstagabend musste die Feuerwehr noch einen dringenden Aufruf an die Öffentlichkeit schicken, bei Hochwasser keinen Wassersport auf den Bächen und Flüssen zu versuchen. Aus aktuellem Anlass: „Die Feuerwehr hat gerade am Wehrbau in Puppling drei Surfer abgehalten, ins Wasser zu gehen“, erklärte Kreisfeuerwehr-Sprecher Stefan Kießkalt. Allein das Treibgut in den Fluten aber kann Bootsfahrern wie Surfern schnell zum Verhängnis werden – auch noch Tage nach einem Starkregenereignis. Die Strömungen sind unberechenbar, und im Falle des Kenterns ist es schier unmöglich, wieder zurück ins Boot zu kommen, die Kiesbänke sind überspült, die Uferböschungen durchweicht. Es bleibt also noch eine Weile extrem gefährlich an und auf den Flüssen.

Die Isar hat in Bad Tölz ihr Bett ausgeweitet.
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Manfred Neubauer
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