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Zukunft der Dietramszeller Hindenburgbüste:Blamage erspart

Die Dietramszeller Hindenburg-Bronzebüste des Nazi-Bildhauers Josef Thorak könnte im künftigen Museum der Bayerischen Geschichte in Regensburg Platz finden.

Nichts wie weg mit dem Ding! Aktionskünstler Wolfram Kastner hat den Dietramszellern einen Ausweg aus ihrem Lokalgeschichtsdilemma gewiesen: Die Hindenburg-Bronzebüste des Nazi-Bildhauers Josef Thorak könnte im künftigen Museum der Bayerischen Geschichte in Regensburg Platz finden. Das Erzbischöfliche Ordinariat heißt diese Idee gut, verweist aber auf die Schwestern, an deren Kloster der überlebensgroße Schädel jahrzehntelang angebracht war. Die Schwestern wollen nichts sagen, schon gar nichts entscheiden. Das müssen sie auch gar nicht. Denn sie sind längst nicht mehr im Besitz der Büste.

Was also hält Florian von Schilcher, in dessen Keller der Klotz seit der Demontage durch Kastner lagert, davon ab, ihn weiterzureichen? Das wäre eine befreiende Tat. Ob das Museum der Bayerischen Geschichte, das einmal in Regensburg eröffnet werden soll, Verwendung dafür hat, ist zwar nicht bekannt. Aber immer noch besser, der Bronze-Kopf eines Nazi-Steigbügelhalters lagerte im Depot eines Museums, als dass er in Dietramszell wieder im öffentlichen Raum anmontiert würde. Diese Idee schwirrt am Ort ja immer noch herum.

Der ehrenamtliche Arbeitskreis Geschichte, der sich im April in Dietramszell gegründet und seitdem öffentlich nichts mehr von sich hat hören lassen, brauchte sich mit der Causa nicht mehr zu befassen. Dann gäbe es auch kein weiteres Herumgeeiere um die historische politische Person Hindenburg.

Denn diese Person versuchte man in den aktuellen Diskussionen am Ort seiner mehrmaligen Sommerfrische quasi in zwei große Männer zu zerlegen: den Hindenburg in der großen Politik und den Hindenburg in einer harmlosen Beziehung zu Dietramszell, als Gast der Familie von Schilcher. Blamagen dieser Art könnte sich die Gemeinde künftig ersparen.