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Hilfe für sozial benachteiligte Kinder:Deutsch-afrikanischer Brückenschlag

Solomon Solgit SUNEKO

Der Akrobatikkünstler Solomon Solgit hat den Verein "Suneko" gegründet. Er freut sich über das wachsende Interesse an seinem Projekt.

(Foto: Manfred Neubauer)

Der Tölzer Verein "Suneko" und seine inzwischen 32 Mitglieder unterstützen ein Bildungsprojekt in Äthiopien

Von Claudia Koestler, Bad Tölz

Unter den Vereinsständen am Tölzer Christkindlmarkt stach seiner wieder einmal heraus und lockte nicht nur mit seinen selbstgemachten Produkten, sondern auch mit einem deutsch-afrikanischen Brückenschlag: der Tölzer Verein "Suneko". Dass es gelingen kann, jungen Menschen in Äthiopien eine Perspektive in ihrer Heimat zu geben, belegt der gemeinnützige Förderverein aber nicht alleine mit seiner Präsenz in Bad Tölz, sondern auch bei seiner inzwischen vierten Mitgliederversammlung, die kürzlich abgehalten wurde. Dabei blickten Vorstand und Mitglieder auf ein weiteres erfolgreiches Vereinsjahr zurück.

Seit der Gründung im Oktober 2016 durch den Akrobatikkünstler und Choreografen Solomon Solgit und seine Frau Johanna Gebretsadik tragen die derzeit 32 ehrenamtlichen Mitglieder des Vereins wesentlich dazu bei, dass Kinder und Jugendliche in der äthiopischen Stadt Adama Chancen erhalten, die sie sonst nicht hätten. Der Tölzer Verein unterstützt das örtliche Projekt "Suneko Art for Social Development". Bei dem sozialen Zirkusprojekt erlernen Kinder und Jugendliche verschiedene Kunststücke wie Akrobatik, Tanz und Jonglage.

In erster Linie wird ihnen im Kulturzentrum der Stadt Adama, etwa 90 Kilometer von der Hauptstadt Addis Abeba entfernt, Zugang zu Bildung ermöglicht, um so einen Weg aus der Armut in ein selbstbestimmtes, eigenständiges Leben zu gestalten. Neben der Finanzierung der Regelschule werden sie mit Nachhilfe und Lernmaterialien unterstützt, bei Bedarf erhalten sie Nachhilfe und einmal pro Woche auch eine Mahlzeit. Etwa 35 Kinder werden derzeit in dem Zentrum betreut und gefördert, als langfristiges Ziel hoffen die beiden Gründer auf über 150 Kinder, die sie überwiegend aus schwierigen sozialen Verhältnissen oder auch direkt von der Straße holen. Denn wenn die Kinder Perspektiven für sich erkennen, helfe dies auch, Fluchtursachen zu bekämpfen und das afrikanische Land zu stärken, erklärt Solgit.

Drei Suneko-Mitglieder und drei interessierte Gäste sind im Frühjahr 2019 gemeinsam nach Äthiopien gereist und haben das Suneko-Kunstzentrum in Adama besucht. Sie seien herzlich aufgenommen worden, berichtete Solgit, trafen Schüler und schlossen neue Freundschaften mit ihnen. Beeindruckt von der Herzlichkeit und Wärme der Menschen dort erzählten sie nun den Gästen auf der Mitgliederversammlung über ihre Eindrücke und Erfahrungen, die sie während der Reise gemacht haben.

"Ich bin sehr glücklich über die schnelle Entwicklung unseres Vereins und die stets wachsende Zahl an Mitgliedern und Helfern, die das Projekt auf unterschiedlichen Wegen unterstützen", sagt der Gründer des Vereins. "Der Besuch der Mitglieder in Äthiopien zeigt, dass wir über unsere Vereinstätigkeit hinausgehen und eine deutsch-äthiopische Verbindung aufgebaut haben, bei der Kulturaustausch stattfindet", so Solgit. Im Gegenzug überraschte der Direktor des Suneko-Projekts aus Äthiopien, Ephrem Bekele, die Anwesenden bei der Mitgliederversammlung mit seinem Besuch in Tölz. "Ich bin überwältigt, die Suneko-Familie in Deutschland kennenzulernen, und freue mich über die herzliche Aufnahme", sagt Bekele, der vor Kurzem zum Jugendbotschafter ernannt wurde und während seines Aufenthalts bei einer Konferenz in Europa die Möglichkeit hatte, für zwei Tage nach Deutschland zu reisen.

Weitere Informationen unter www.suneko.org

© SZ vom 03.01.2020
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