Nachruf:Trauer um Herbert W. Franke

Nachruf: Der Autor und Wissenschaftler Herbert W. Franke ist im Alter von 95 Jahren gestorben.

Der Autor und Wissenschaftler Herbert W. Franke ist im Alter von 95 Jahren gestorben.

(Foto: Art meets Science)

Von Claudia Koestler

Der Physiker, Science-Fiction-Autor, Medienkünstler, Höhlenforscher, Mitbegründer der Ars Electronica und Vordenker des Metaverse Herbert W. Franke ist tot. Der in Österreich geborene, aber in Egling lebende Franke ist nach Angaben seiner Ehefrau Susanne Päch am Samstag gestorben. Er wurde 95 Jahre alt. Der 1927 in Wien geborene Franke studierte nach dem Kriegsende Physik, Mathematik, Chemie, Psychologie und Philosophie. Franke suchte immer nach bekannten oder auch neu entdeckten mathematischen Prinzipien, um sie für seine Experimente in der Kunst einzusetzen. Für Franke war klar, dass es Aufgabe des Künstlers ist, neue Technologien mit ihrer großen gesellschaftlichen Bedeutung auf ihr kreatives Potenzial hin zu untersuchen. Denn sie sollten "nicht nur von Technokraten, dem Kommerz oder gar dem Militär vorbehalten bleiben", wie er einmal erklärte.

Franke, der als einer der bedeutendsten Science-Fiction-Autoren gilt, war auch Mitglied der Schriftstellervereinigung PEN Deutschland und schrieb Werke wie "Der grüne Komet" oder "Zentrum der Milchstraße". Auch Lehraufträge hatte er, unter anderem an der Ludwig-Maximilians-Universität und der Akademie der Bildenden Künste in München. Das österreichische Bundeskulturministerium verlieh ihm 2007 das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse.

Päch meldete sich nach dem Tod ihres Ehemannes auf dessen Twitteraccount zu Wort. "Herbert nannte sich gerne den Dinosaurier der Computerkunst", schrieb sie. Er sei in dem Wissen gestorben, dass eine Gemeinschaft von Künstlern und Kunstbegeisterten seine Arbeit zutiefst schätzen und sich um seine Kunst und sein Vermächtnis kümmern. Zu seinem 95. Geburtstag am 14. Mai 2022 widmete ihm die Landes-Kultur GmbH Oberösterreich eine umfassende Ausstellung im Francisco Carolinum in Linz, die erst vor wenigen Tagen endete. Zudem hatte Franke den Krypto-Kunstmarkt erobert und einige seiner Werke als NFTs versteigern lassen, um damit eine Stiftung zu gründen, die sein Vermächtnis in die Zukunft führen soll.

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