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Haushaltsplan vorgestellt:Schäftlarn investiert

Der Neubau von Bauhof und Feuerwehrhaus kosten Millionen

Der Schäftlarner Gemeinderat hat den Haushaltsplan für das Jahr 2020 verabschiedet. "Wir haben in diesem Jahr ein wahnsinnig hohes Haushaltseinkommen von exakt 23 644 600 Euro", verkündete Kämmerer Thomas Kiendl am Mittwochabend im Rathaus. "Das ist eine Steigerung um 11,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr." Verwaltungshaushalt und Vermögenshaushalt steigen jeweils um 1,2 Millionen Euro.

Grund für den Zugewinn im Verwaltungshaushalt seien unter anderem staatliche Fördergelder für finanzschwache Gemeinden, sagte der Kämmerer. In diesem Jahr werde Schäftlarn 640 000 Euro an Schlüsselzuweisungen bekommen. In den Vorjahren hatte die Gemeinde nicht mit diesen Geldern gerechnet, die sich am Einkommen der Bürger orientieren. Außerdem nehme die Gemeinde 100 000 Euro durch die Grunderwerbssteuer und 250 000 Euro durch die Gewerbesteuer ein. Insbesondere die Gewerbesteuer sei wichtig, mahnte Kiendl. Sein Appell: "Wir müssen eine Abwanderung der Gewerbebetriebe auf alle Fälle vermeiden." Die größte Ausgabe im Verwaltungshaushalt 2020 ist die Kreisumlage: Über drei Millionen Euro muss Schäftlarn an den Landkreis München überweisen.

Im Vermögenshaushalt stehen dieses Jahr große Investitionen an: Mehr als drei Millionen Euro soll die Fertigstellung der Mietwohnungen am Stehbründlweg und an der Schorner Straße sowie die Planung des Wohnhauses in der Auenstraße kosten. Außerdem sollen in diesem Jahr 2 ,7 Millionen für den neuen Bauhof bereit stehen, sowie 2 ,1 Millionen für das Feuerwehrhaus. Diese beiden Gebäude sollen am Ortseingang Hohenschäftlarns gebaut werden.

Nicht im Haushaltsplan enthalten ist der Neubau der Mittelschule Pullach. Zu viele Variablen seien für eine Finanzplanung noch unbekannt. Da die Mittelschule Pullach aufgrund von Personalmangel alte Rechnungen noch nicht ausgestellt hatte, muss Schäftlarn in diesem Jahr insgesamt rund 300 000 Euro an die Mittelschule nachzahlen.

Die Rücklagen der Stadt werden im Jahr 2020 erstmals wieder stark zurückgehen, nachdem sie seit dem Jahr 2002 stetig gestiegen waren. Grund dafür sind die Bauprojekte der Gemeinde. Im Jahr 2023 soll Schäftlarn den Prognosen zufolge noch knapp 636 000 Euro auf der hohen Kante haben. Wegen Kreditaufnahmen nimmt die Pro-Kopf-Verschuldung Schäftlarns gleichzeitig weiter zu: in diesem Jahr sind es 863 Euro pro Einwohner, im Vorjahr waren es nur 621 Euro.

© SZ vom 24.01.2020