Süddeutsche Zeitung

Gut Dietlhofen:Peter Maffay ist jetzt auch Biobauer

Auf Gut Dietlhofen bei Weilheim sollen sich vor allem benachteiligte und traumatisierte Kinder erholen können. Nun erntet der Musiker dort auch die ersten Salatköpfe.

Natürlich soll das Gut nördlich von Weilheim in erster Linie als Landerholungsheim für benachteiligte oder traumatisierte Kinder seiner Tabaluga-Stiftung dienen. Doch Peter Maffay hat inzwischen auch durchaus Geschmack an der ökologischen Landwirtschaft dort gefunden: Er könne sich vorstellen, "dass ich in Zukunft weitaus häufiger draußen in Dietlhofen auf dem Acker oder im Gewächshaus anzutreffen bin", erklärte der Deutschrocker kürzlich. Am Donnerstag präsentierte der Tutzinger Musiker stolz die ersten Salatköpfe, die auf dem von ihm vor zwei Jahren erworbenen Gut in Zusammenarbeit mit dem Diakoniedorf Herzogsägmühle angebaut wurden.

Ab sofort sind alle Verbraucher eingeladen, sich direkt am Feld selbst zu bedienen und dafür den auf einer Tafel ausgewiesenen Preis in die aufgestellte Kasse zu werfen. Später im Jahr kann man auf dem 3000 Quadratmeter großen Acker auch Karotten, Bohnen und Kürbisse ernten - alles bio, natürlich.

Gerade erst haben Auszubildende der Herzogsägmühle - einer Sozialeinrichtung bei Peiting, in der etwa 1000 Menschen mit physischen, psychischen oder sozialen Problemen leben, lernen und arbeiten - ein 70 Quadratmeter großes Gewächshaus in Gut Dietlhofen errichtet. Darin wachsen Tomaten, Gurken, Peperoni, Paprika, Auberginen und Artischocken. Sie sollen nicht nur im Hofladen, sondern auch in Läden, Restaurants und Kinderheimen der Umgebung vermarktet werden. Es sei auch sein Ziel, Kinder für gesundes Essen zu begeistern, sagte Maffay. Der Erwerb des Guts sei "aus dem Bauch heraus" erfolgt, das Leben und soziale Wirken in dieser "super intakten Umwelt" empfinde er als Privileg.

Von Herbst an können auch Tabalugakinder daran teilhaben: Am 2. September soll Richtfest für das Haus sein, in dem 14 Heranwachsende ein- oder zweiwöchige Therapieaufenthalte verbringen. Kunst, Reiten und die Mitarbeit in der Gärtnerei sollen ihre verletzten Psychen stärken. Schon jetzt hausen Pfadfinder- und Jugendgruppen aus ganz Deutschland in Tipis unweit der Bisons, die wie viele andere Tiere zum Gut gehören. Schulklassen der Umgebung sind eingeladen, auf Dietlhofen "Schule mal anders" zu erleben. "Wir wollen uns nicht isolieren, sondern für alle öffnen", sagt Maffay, der Großbauer: Seine Stiftung besitzt noch zwei weitere Höfe in Spanien und Rumänien.

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Quelle:
SZ vom 09.06.2017
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