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Großgemeinde Münsing:Aus Rot wird Grün

Es war einmal... Der Steg in Ammerland ist weg.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Mit Neubauten geht es voran. Die örtliche SPD löst sich auf, und ein Anlegesteg verschwindet

Von Benjamin Engel, Münsing

Die politische Ausgangslage ändert sich in Münsing zur Kommunalwahl entscheidend. Im neuen Gemeinderat werden keine Sozialdemokraten mehr, dafür aber ziemlich sicher die Grünen vertreten sein. Der einzige SPD-Gemeinderat, Heinz-Jürgen Schreiner, hört zum Ende der jetzigen Amtsperiode aus Altersgründen auf. Der SPD-Ortsverein mit seinen nur fünf Mitgliedern wird sich wohl auflösen. Die Grünen gründen in Münsing dafür im Juni einen ersten Ortsverein. Zu den Bewerbern auf der Kommunalwahlliste zählt die derzeitige Umweltreferentin Christine Mair. Sie wechselt von der Wählergruppe Münsing zu den Grünen genauso wie der Gemeinderat Matthias Richter-Turtur (bislang Wählergruppe Ammerland). Bürgermeister wird Michael Grasl (FW) wohl bleiben; Gegenkandidaten gibt es nicht.

Am meisten mobilisiert die Münsinger heuer aber der bei Holzhausen geplante 40 Meter hohe Mobilfunkmast. Mehr als 1000 Unterschriften kann eine Initiative gegen das Vorhaben der Telekom auf freier Wiese sammeln. Die Kommune unterstützt den Protest. Der Gemeinderat lehnt einen Bauantrag des Unternehmens ab und lässt nach Alternativstandorten suchen.

Fertiggestellt wird dagegen der kommunale Bau mit geförderten Wohnungen an der Münsinger Hauptstraße. Im Herbst ziehen dort die ersten Mieter ein. Für das umstrittene Seniorenwohnstift in Ambach genehmigt der Gemeinderat das Konzept. Jetzt folgt noch das Bebauungsplanverfahren für die von Architekt Matteo Thun entworfenen Gebäude.

"Kein Schiff wird kommen", heißt es für Ammerland. Um auf den Dampfersteg zu kommen, müssen die Gäste den Grund des Hoteliers Reinhard Sailer queren. Der Ammerlander will den Pachtvertrag nur noch um ein Jahr verlängern. Daher baut die Seenschifffahrt den maroden Steg ab. Ein Ersatzstandort ist bislang nicht gefunden. Die Lichter ausgegangen sind im Gasthaus Limm. Die Traditionswirtschaft schließt wenige Monate nach dem Tod von Inhaber Sebastian Limm. Seine Frau macht das Gasthaus dicht, weil sie kein ihr entsprechendes Personal mehr für eines der Lieblingslokale des Humoristen Loriot findet. Die Metzgerei bleibt aber offen.

© SZ vom 27.12.2019

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