Geretsrieder Politik:Saubere Luft für Isardammschule

Stadt schafft Lüftungsanlage für Klassenzimmer und Büros an

Von Arnold Zimprich, Geretsried

Die Isardammschule in Geretsried soll mit einer Lüftungsanlage ausgestattet werden. Dafür hat sich der Bau- und Umweltausschuss des Stadtrats in seiner Sitzung am Dienstag in den Ratsstuben ausgesprochen.

Viele Geretsrieder Stadträtinnen und Stadträte, die dem Ausschuss angehören, waren am Dienstag sichtlich erfreut, den ehemaligen Fraktionsvorsitzenden der Freien Wähler, Lorenz Weidinger, wieder im Gremium zu begrüßen - allerdings war dieser in seiner Funktion als Sachverständiger gekommen: Weidinger betreibt ein Ingenieurbüro am Neuen Platz.

Der Ausschuss hatte bei Weidinger eine Machbarkeitsstudie zur geplanten Lüftungsanlage für die Isardammschule in Auftrag gegeben. Deren Erweiterung und Toilettenanlagen werden bereits mechanisch belüftet, Klassenzimmer und Büros im Altgebäude jedoch nicht. Weidinger demonstrierte am Dienstag, dass wenig gegen eine Installation spricht, sieht man von den Kosten ab, von denen die Stadt allerdings nur 20 Prozent übernehmen muss. Der Investitionsaufwand beläuft sich insgesamt auf rund 628 000 Euro, wovon 570 000 Euro förderfähig sind. Etwa 170 000 Euro müssen also aus dem Stadtsäckel bezahlt werden.

Durch den Einbau einer Lüftungsanlage werde eine "massive Verringerung der Ansteckungsgefahr" erreicht, erklärte Weidinger, und das bei "geringem baulichen Aufwand". Es reiche nicht aus, die Fenster zu öffnen, um ausreichend Frischluft zuzuführen. Der CO₂-Gehalt in der Luft wird in parts per million (Anteile pro Million), kurz ppm angegeben. Eine CO₂-Konzentration von über 1000 ppm soll laut Weidinger vermieden werden - wie schnell diese in einem Klassenzimmer erreicht ist, zeigte der Diplomingenieur anhand einer steilen Kurve. "Die Anzahl der Abwesenheitstage steigt bei CO₂-Konzentrationen von über 1000 ppm um zehn bis 20 Prozent", betonte Weidinger.

Bedenken, dass die geplante Anlage zu laut sein könnte, räumte Weidinger aus. "In der Regel werden Sie das Gerät nie hören." Ob "hier auch Sinnvolles und nicht nur unbedingt Notwendiges" gefördert werde, fragte Grünen-Stadtrat Detlev Ringer (Grüne). Er befürchtete, dass Zu- durch Abluft erwärmt werden könnten, wenn die Zu- und Abluftleitungen beim Ein- respektive Austritt aus dem Gebäude zu nahe beieinander liegen. Ein Einwand, den Lorenz Weidinger nicht gelten ließ: "Die liegen schon weit genug auseinander." Stadträtin Heidi Dodenhöft (Freie Wähler) fand das Vorhaben "grundsätzlich gut" und fragte, ob eine Luftentfeuchtung vorgesehen sei. "Es ist ein Wahnsinnsaufwand, mit Entfeuchter zu arbeiten, da die Hygienevorschriften schwer einhaltbar sind", antwortete Weidinger, der dazu riet, zur Verbesserung des Raumklimas "mit Pflanzen zu arbeiten".

Die Gremiumsmitglieder sprachen sich unter der Voraussetzung, dass auch die Kosten für eine Lüftungsanlage mit UV-C Bestrahlung eruiert werden, einstimmig für eine Ausführungsplanung aus. "Ich betrachte es als guten Weg, den wir hier beschreiten" sagte Gerhard Meinl (CSU), der die Sitzung des Bauausschusses in Vertretung von Bürgermeister Michael Müller leitete.

© SZ vom 23.09.2021
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