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Geretsrieder CSU:Auf der Suche nach Ideen gegen den Flächenfraß

Die CSU räumt ein, gegen den Flächenfraß in Bayern müsse etwas getan werden. Gleichzeitig weist sie aber das Volksbegehren "Betonflut eindämmen!", das eine Höchstgrenze von fünf - statt wie bisher 13 - Hektar Flächenverbrauch pro Tag zum Ziel hat, zurück. Dies würde Gemeinden in ihrer Entwicklung viel zu stark einschränken, sagte Thomas Schwarzenberger, Bezirksrat der CSU und Bürgermeister von Krün, am Sonntag am Stammtisch der Geretsrieder CSU. Ortsvorsitzender Ewald Kailberth ging soweit, für seine Stadt von einer Blockade zu sprechen, sollten sich die Grünen durchsetzen: Geretsried hätte dann allein mit dem Projekt Banater Straße, wo laut Plan 800 Wohnungen entstehen, für ein Jahr sein Soll erfüllt, sagte er. Ganz zu schweigen vom Flächenverbrauch der heiß ersehnten S-Bahn samt Zuwegen und Parkplätzen oder der gewünschten Verlegung der Bundesstraße 11. "Dann wäre Geretsried tot", lautete Kailberths Fazit. Die Geretsrieder Grünen-Sprecherin Lena Gneist und Heinz Wensauer aus Wolfratshausen hielten dagegen, Natur und Umwelt müssten bewahrt werden. Sabine Lorenz, CSU-Stadträtin und Kreisvorsitzende der Frauen-Union, sagte, Wensauer habe Recht, dass Städte wie Geretsried den Siedlungsdruck rund um München nicht lösen könnten: "Wir machen uns unsere Umwelt kaputt." Man müsse zum Beispiel über alternative Wohnmodelle für Jung und Alt nachdenken.

© SZ vom 25.06.2018 / fam
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