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Geretsried wächst:50 neue Sozialwohnungen im Blumenviertel

Die Baugenossenschaft plant vierstöckige Gebäude und Parkhaus anstelle alter Garagen. Das Rathaus stimmt der Nachverdichtung zu - nicht ohne Protest.

Die Stadt Geretsried schafft die Voraussetzungen für zusätzlichen, bezahlbaren Wohnraum auf den Grundstücken zwischen Siebenbürger Straße, Rosenweg und Veilchenweg: Auf dem Areal will die Baugenossenschaft Geretsried (BG) die alten Garagen durch Geschosswohnungen ersetzen, was eine Änderung des Bebauungsplans voraussetzt. Auf der Fläche waren bisher 35 Wohnungen möglich, durch die geplante Änderung sollen zusätzlich 15 Unterkünfte errichtet werden. Die erforderlichen Stellplätze werden der neuen Planung zufolge in Tiefgaragen bereitgestellt, zusätzlichen Bedarf soll ein neues Parkhaus mit 100 bis 105 Stellflächen auf drei Ebenen abdecken.

Mit dem Vorhaben erhofft sich die Baugenossenschaft eine effizientere Ausnutzung der Fläche durch zusätzliche Unterkünfte, die ausschließlich als Mietwohnungen konzipiert sind. Ergänzend dazu will die BG bei der Regierung prüfen lassen, ob eine öffentliche Förderung in Frage kommt, so dass die entstehenden 50 Unterkünfte als Sozialwohnungen ausgewiesen werden können.

Dem Antrag der BG nach soll eine "geordnete Gebäudegruppe" entstehen, die auf Basis der bisher vorgesehenen drei Baukörper "ein eigenständiges Wohnquartier definiert" und sich "schlüssig in die umgebende Bebauung einfügt". Planerisch könnte die beschriebene Verdichtung durch eine leichte Drehung des bisher vorgesehenen östlichen Baukörpers und eine geringfügige Versetzung der beiden anderen ermöglicht werden, maximal vier Geschosse sind vorgesehen.

Bei der Vorberatung über das Projekt gab es im Entwicklungs- und Planungsausschuss der Stadt keine Bedenken, was die Gestaltung betrifft. Gegen die zusätzliche Verdichtung meldete sich ausschließlich, dafür aber umso heftiger, Karin Schmid (CSU) zu Wort. Sie stimmte als einzige gegen die Beschlussempfehlung an den Stadtrat. Mit den zusätzlichen Wohneinheiten wisse man schon wieder mal nicht genau, was da komme, und sie werde sich auf keinen Fall "einlullen lassen", erboste sich Schmid. Überall in Geretsried würden die Wohnstraßen durch parkende Fahrzeuge zunehmend enger, und jetzt werde da "schon wieder sowas reingeklotzt" - eine Argumentation, die Bürgermeister Michael Müller (CSU) "kindisch" fand.

Bauamtsleiter Jochen Sternkopf verwies darauf, dass man ja erst am Anfang des Planungsprozesses stehe, "ohne einen Satzungsbeschluss geht gar nichts", und bis dahin bestehe ja noch jederzeit die Möglichkeit zu Stellungnahmen. Den von Schmid befürchteten Parkplatzmangel stellte Sternkopf in Abrede, denn die vorgeschriebene Zahl der Stellflächen sei "zu 100 Prozent nachgewiesen".

Beate Paulerberg (Grüne) versicherte, dass sie gewiss nichts gegen neue Wohnungen habe, das Problem sei der zu erwartende zusätzliche Verkehr - ein Argument, das auch Edith Peter (SPD) vorbrachte. Schließlich existiere ja noch nicht einmal ein Verkehrsgutachten. Dieses sei aber in Vorbereitung, entgegnete Sternkopf. Die positive Beschlussempfehlung an den Stadtrat fiel schließlich mit neun Ja-Stimmen gegen eine Nein-Stimme.