Ein 19-jähriger Enkel steht im Verdacht, am Dienstag in Geretsried seine Großmutter und seinen Vater getötet zu haben. In der Wohnung eines Mehrparteienhauses am Königsberger Weg waren die Leichen einer 73-jährigen Rentnerin und ihres 53 Jahre alten Sohnes von der Polizei entdeckt worden. Laut Polizeipräsidium Oberbayern Süd wurde noch am gleichen Tag ein Tatverdächtiger festgenommen. Gegen ihn wurde Haftbefehl wegen Totschlags erlassen. Am Mittwoch hat man dann seine Identität bekannt gegeben.
Nichts deutet am Mittwochvormittag noch auf das Gewaltverbrechen hin, das sich von Montag auf Dienstag in dem Geretsrieder Wohngebiet ereignet hat. Aus dem offenen Fenster eines Nachbarhauses dringt ein Kinderlied, ein Mann kommt mit frischen Frühstückssemmeln nach Hause. Ansonsten ist es im Quartier, das von Mehrparteienhäusern geprägt ist, ruhig. Menschen sind kaum zu sehen. Tags zuvor bot sich noch ein anderes Bild. Ein Großaufgebot an Polizei hatte die Nachbarschaft in Aufruhr versetzt.
Am Dienstagmittag war eine Meldung bei der Integrierten Leitstelle eingegangen, dass es in dem Mehrfamilienhaus einen Vorfall gegeben habe. Die Geretsrieder Polizei ging der Sache nach und fand in einer Wohnung zwei Tote. Die Leichen wiesen laut Polizeiangaben „eindeutige Anzeichen von massiver Gewalteinwirkung“ auf. Wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd bestätigt, waren außerhalb der Wohnung Blutspuren zu sehen.
Die Kriminalpolizei Weilheim übernahm daraufhin die Ermittlungen unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft München II. Noch im Laufe des Tages verdichteten sich Hinweise, die auf den Enkel, beziehungsweise Sohn der beiden Getöteten hinwiesen. Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd spricht von „konkreten Verdachtsmomenten“. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft München II erließ der Ermittlungsrichter am frühen Mittwochnachmittag einen Haftbefehl. Die Kriminalpolizei Weilheim sichert für die vollständige Aufklärung des Tathergangs mit Unterstützung des bayerischen Landeskriminalamts und der Rechtsmedizin weiterhin Spuren. Dies wird voraussichtlich auch noch am Donnerstag der Fall sein.
Zum Motiv will sich das Polizeipräsidium nicht äußern und verweist auf die laufenden Ermittlungen
Zum Motiv äußert sich die Pressestelle des Polizeipräsidiums zunächst nicht. Das sei wie die Hintergründe der Tat Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Solche seien in einem familiären Umfeld immer schwierig, heißt es. Der 19-Jährige selbst ist schwer verletzt und wird derzeit stationär behandelt. Er steht unter Polizeibewachung.
Auch wenn ein Tatverdächtiger festgenommen wurde, sucht die Kriminalpolizei weiterhin Zeugen. Wer von Montagabend, 31. August, auf Dienstag, 1. September, bis in die Mittagsstunden im Bereich des Tatorts am Königsberger Weg in Geretsried oder in der näheren Umgebung verdächtige Personen, Fahrzeuge oder sonstige auffällige Wahrnehmungen gemacht hat, wird gebeten, sich bei der Kriminalpolizei-Inspektion in Weilheim unter der Rufnummer 0881/640-0 melden. Auch jede andere Polizeiinspektion nimmt Hinweise entgegen.

