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Geretsried:Stadt sucht Ersatz-Veranstalter

So viele Kulturherbst-Konzerte wie möglich sollen nachgeholt werden

Von Thekla Krausseneck, Geretsried

An diesem Freitag sollte der Kulturherbst beginnen - stattdessen versucht die Stadt Geretsried zu retten, was zu retten ist. Viele Bürger hätten sich auf den Kulturherbst gefreut, sagt Bürgermeister Michael Müller (CSU). "Es darf nicht sein, dass wir sie alle im Regen stehen lassen." Zeitgleich prüfe die Stadt ihrerseits Ersatzansprüche gegen die Firma cultus production GmbH, die eine Woche vor dem Beginn des Kulturherbsts Insolvenz angemeldet hatte. Das Festival platzte, die Tickets verloren ihre Gültigkeit.

Derzeit laufe die Suche nach potenziellen Ersatz-Veranstaltern, teilt die Stadt mit. Geretsried dürfe aus kommunalrechtlichen Gründen nicht selbst als Veranstalter auftreten. Das Ziel sei, so viele Veranstaltungen wie möglich zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen. Der Stadtrat hat in einer nicht-öffentlichen Sitzung am Dienstag entschieden, dann finanzielle Hilfe zu leisten. Auf diese Weise versucht die Stadt Geretsried möglichst viele jener Tickets zu retten, die Besucher im Vorverkauf erworben hatten. Die finanziellen Ersatzansprüche gegen die cultus production GmbH blieben von dieser Entscheidung unberührt. Alle weiteren Ansprüche seien per E-Mail an zwipf@cultus-production.de zu richten. Einige Veranstaltungen des Kulturvereins Isar Loisach (KIL) sollen wie geplant stattfinden, heißt es weiter. In welchem Umfang, das bespreche die Stadt derzeit mit den Verantwortlichen des KIL-Vereins. Nähere Informationen finden interessierte Besucher dann auf www.kulturverein-isar-loisach.de.

Der städtische Kulturreferent Hans Ketelhut (CSU) sagte in der Stadtratssitzung am Dienstag, er bezweifle, dass der mäßige Ticketverkauf schuld an der Insolvenz der cultus production GmbH sei. Die Firma habe bislang nur "marginale Ausgaben" gehabt. Ketelhut zeigte sich erbost über die jüngsten Entwicklungen: "Jetzt sind wir die Gelackmeierten", sagte er. Besonders bedauere er, dass der Schauspieler und Regisseur Harald Helfrich als "Türöffner" gedient habe.

© SZ vom 29.09.2016
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