GeretsriedProvisorium statt Linksabbiegespur

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Müller kündigt Änderungen an der Verkehrsführung im Zentrum an

Von Thekla Krausseneck, Geretsried

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Das Linksabbiegen vom Karl-Lederer-Platz auf die B 11 wird wohl nicht mehr lange möglich sein: Dies hat Bürgermeister Michael Müller beim CSU-Stammtisch am Sonntag in Aussicht gestellt. Wer an der Kreuzung links auf die B 11 fahren will, muss besonders zu Stoßzeiten lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Der Abschnitt sei mit 26 000 Autos am Tag der "am stärksten befahrene Bundesstraßenabschnitt", sagte Müller. Die Kreuzung sei nicht mehr leistungsfähig, eine Ertüchtigung könne jedoch den Bundesverkehrswegeplan gefährden - in diesen wurde die Verlegung der B 11 aufgenommen, früher als erwartet, so Müller. Die Straße werde wohl in den kommenden fünf bis sieben Jahren verlegt werden. Bis dahin müsse man sich an der Kreuzung mit einem Provisorium behelfen. Das könne eine Ampel sein, jedoch würden solche Lösungen vom Kreisbauamt ungern gesehen, da sie den Verkehrsfluss störten.

Die Stadt wird sich in den kommenden zwei Jahrzehnten verändern, maßgeblich durch die S-Bahn-Verlängerung. Bis diese abgeschlossen ist, werde es nach Müllers Vermutung noch rund 15 Jahre dauern. Die Auswirkungen seien aber schon jetzt vorauszusehen. Der heutige Nord-Süd-Verkehr werde sich in einen West-Ost-Verkehr verändern, ausgehend von den S-Bahnhöfen. Der CSU-Stadtrat und Geltinger Franz Wirtensohn rechnet damit, dass der Geltinger Bahnhof zum bedeutendsten werde, weil er in unmittelbarer Nähe zur A 95 liegen und somit Pendler anziehe. Wo ein Bahnhof entsteht, da werde es auch Bebauung geben ("Wir lassen die Bahnhöfe nicht auf der grünen Wiese stehen", sagte Müller) - nur in Gelting gebe es kaum noch Entwicklungsmöglichkeiten, wenn der dörfliche Ortscharakter erhalten bleiben solle.

Was die Stadtplanung und Verkehrsentwicklung angehe, würden die Städte Geretsried und Wolfratshausen künftig eng zusammenarbeiten müssen, sagte Müller. Das interkommunale Hallenbad hat der Bürgermeister noch nicht ganz abgeschrieben: Das Bürgerbegehren in Wolfratshausen habe solche Fahrt aufgenommen, wie er es persönlich nicht erwartet habe. Lenkend eingreifen werde die Stadt aber nicht. "Wir werden sehen, wie Wolfratshausen weiter verfährt", sagte Müller. "Wir haben zu respektieren, was die Wolfratshauser entscheiden. Aber noch ein Jahr rumzippern werden wir nicht." Man steige jetzt in die Planungen für die Sauna ein. Denn die werde es so oder so im Hallenbad geben, ob in der kleinen oder in der großen Lösung.

© SZ vom 31.10.2016 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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