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Geretsried:Nord-Hallenbad verzögert sich

Der Baustellenbetrieb ist durch die Krisenauflagen beeinträchtigt.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Die Corona-Krise beeinträchtigt auch die Bauarbeiten beim interkommunalen Projekt

Das interkommunale Hallenbad in Geretsried wird nun doch nicht zum neuen Schuljahr fertig. Die Eröffnung verzögert sich um mindestens zwei Monate. Die Corona-Krise mache sich auch bei den Arbeiten an der Adalbert-Stifter-Straße bemerkbar, heißt es aus dem Rathaus. Bürgermeister Michael Müller (CSU) hatte sich dazu schon im Ferienausschuss geäußert und erklärte nun auf Nachfrage im Bauausschuss, die beteiligten Firmen hätten Behinderungen im Bauablauf angezeigt. Zur finanziellen Entwicklung lasse sich noch nichts Genaues sagen, antwortete Rathaussprecher Thomas Loibl auf SZ-Nachfrage. "Mehrkosten durch die Pandemie sind zwar bereits angezeigt aber noch nicht genau beziffert. Sobald dies geschehen ist, werden wir umgehend darüber informieren", so Loibl.

Das Hallenbad ist ein lang und intensiv diskutiertes interkommunales Vorhaben aller Gemeinden im Nord-Landkreis. Die Kosten des vorwiegend als Schulsportstätte konzipierten öffentlichen Bads waren zuletzt mit 16,5 Millionen Euro beziffert worden. Davon müsste allein die Stadt Geretsried annähernd elf Millionen aufbringen; im aktuellen Haushalt sind die Ausgaben dieses Jahres für Bad und Parkdeck mit 5,5 Millionen Euro angesetzt. Das eigens fürs Bad geplante Parkdeck mit mehr als 200 Stellplätzen auf acht Halbebenen soll ohnedies erst im Dezember fertig werden.

Die Verzögerungen erklären sich laut Rathaus mit Personalmangel aufgrund der Reisebeschränkungen, fehlenden Übernachtungsmöglichkeiten, dem Verzug bei Materiallieferungen und Arbeitsbedingungen, die geprägt sind durch Abstandsregeln, Minimalbelegung der Fahrzeuge und Hygieneauflagen für die Nutzung sanitärer Anlagen. Aus all diesen Gründen könne nur eingeschränkt gearbeitet werden.

Die Stadt geht von einer Verzögerung von etwa zwei Monaten aus, falls keine weiteren Behinderungen dazukommen. Derzeit liefen Estrich-, Badewassertechnik-, Elektro- und Heizungseinbau, Fassaden- und Dacharbeiten. Noch offen seien Innenrüstung, Trockenbau-, Maler-, Beiputz- und Fliesenarbeiten, Innentüren und Schrankeinbauten, Tischlerarbeiten und Kassensysteme.

Im Bauausschuss am Dienstag erkundigte sich Martina Raschke (Grüne), ob das alte Hallenbad an der Jahnstraße nach der Sommerpause wieder eröffnen werde. Bürgermeister Müller, sagte, ja, mit großer Wahrscheinlichkeit. Dort laufen laut Loibl gerade die routinemäßigen Revisionsarbeiten. "Rein technisch steht einer Wiedereröffnung nichts im Wege." Noch verböten dies aber die Anordnungen der Staatsregierung zur Pandemie. Was mit dem alten Bad nach Eröffnung des neuen geschieht, ist nicht entschieden.

© SZ vom 22.05.2020

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