In Geretsried:Kunst unter neuer Ägide

In Geretsried: Erste Ausstellung in der neuen städtischen Galerie: Bürgermeister Michael Müller begrüßt die zahlreichen Gäste.

Erste Ausstellung in der neuen städtischen Galerie: Bürgermeister Michael Müller begrüßt die zahlreichen Gäste.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Die Stadt hat die "Galerie an der Elbestraße" übernommen. Die erste Ausstellung zeigt "Skulpturen der Kulturen" von Josef Henselmann.

Von Arnold Zimprich, Geretsried

"Aha, jetzt ist dieser Raum auch mit dazu gekommen", freut sich Wolfram Weiße, der 30 Jahre lang am Gymnasium Geretsried Kunst unterrichtet und selbst in der Galerie an der Elbestraße ausgestellt hat. Die ehemalige "Galerie an der Elbestraße" wurde Anfang Juni dieses Jahres von der Stadt Geretsried übernommen - und ist größer geworden. Bisher L-förmig, ist ein rund 20 Quadratmeter großer Raum hinzugekommen, die Galerie hat nun einen rechteckigen Grundriss.

Albrecht Widmann und Kenneth Barlow, die die Galerie nach ihrer Rückkehr aus England im Herbst 2021 eröffnet hatten, ist die Arbeit zu viel geworden. "Herr Widmann ist auf uns zugekommen, ob wir die Galerie nicht übernehmen wollen", berichtet Kulturamtsleiterin Anita Zwicknagel. Der Fachbereich Kultur der Stadt Geretsried befindet sich direkt schräg gegenüber der Galerie. "Ich will mich auch einmal zur Ruhe setzen", so Widmann.

Bangalore - New York - Zypern - Geretsried

Der Künstler Josef Alexander Henselmann, dessen Großvater eine Professur an der Münchner Akademie der Bildenden Künste innehatte, eröffnete die nun also "Städtische Galerie an der Elbestraße" am Freitag. "Skulpturen der Kulturen" hat der Bildhauer seine Ausstellung betitelt - Henselmann ist auf der Welt herumgekommen, hatte beispielsweise eine Professur im indischen Bangalore inne, stellte in New York aus, war auf Zypern tätig. Henselmann-Exponate lassen sich am Flughafen München und in der Maxburg bewundern, ein Relief Papst Benedikts XVI. befindet sich im Liebfrauendom. Der Künstler erwarb 2013 den Marstall der Hohenzollern in Krauchenwies nahe Sigmaringen, um an großen Werken arbeiten zu können. "Dort kann ich auch an über vier Meter hohen Werken arbeiten", berichtete er. Im benachbarten Laiz hat die Künstlerfamilie Henselmann ihren Ursprung.

In Geretsried: Josef Henselmann mit der Skulptur "Großer Phönix aus Eisen".

Josef Henselmann mit der Skulptur "Großer Phönix aus Eisen".

(Foto: Hartmut Pöstges)

"Wir hatten immer das Problem, dass keine richtigen Räumlichkeiten da waren", sagte Bürgermeister Michael Müller bei seiner Begrüßung. Nun seien das Kulturamt und die Galerie "vereint unter der Ägide der Stadt", freute er sich.

Dass mit Künstler Henselmann gleich ein Hochkaräter die Galerie bespielen darf, ist auch Stadtrat und Drittem Bürgermeister Gerhard Meinl zu verdanken, der "Herrn Widmann und Herrn Barlow das Versprechen abgerungen hat, uns weiter zu begleiten", wie er in seiner Laudatio sagte. Meinl freute sich, Henselmann gewonnen zu haben, rund 120 Exponate stellt er aus. Henselmann zeigt nicht nur Bronze- und Messingskulpturen, sondern auch farbmächtige Gemälde sowie plastische Bilder, bei denen er indische Seide mit anderen Materialien kombiniert hat.

Auch Fotomontagen sind zu sehen, auf denen Henselmann-Werke, zum Teil vergrößert, in das Geretsrieder Stadtbild montiert wurden. So wurde ein Henselmann- "Gewurschtel", wie es Meinl mit einem Augenzwinkern nannte, auf die neue Tiefgarageneinfahrt zwischen Sparkasse und Aldi montiert. "Das passt zu Geretsried", warb Meinl gar für einen Henselmann-Skulpturenpfad, "es wäre eine Chance, kulturelle Vielfalt zu fördern". Bürgermeister Müller nahm den Vorschlag mit einem Schmunzeln zur Kenntnis.

In Geretsried: Dieses Werk trägt den Titel "Phönix Studie III" (Acryl auf Holz).

Dieses Werk trägt den Titel "Phönix Studie III" (Acryl auf Holz).

(Foto: Hartmut Pöstges)
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