GeretsriedGrüne Doppelspitze

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Caroline Ulbrich-Luderschmid und Andreas Morr als Sprecher im Kreisverband gewählt

Barbara Szymanski

Der Kreisverband der Grünen hat einen neuen Vorstand gewählt. Dem Gremium gehören ab jetzt fünf Mitglieder an. Der bislang krisengeschüttelte Verband mit landkreisweit 80 Mitgliedern hat nun wieder eine Doppelspitze und erfüllt auch die Quotenregelung. Bei der Diskussion am Ende des Abends thematisierten die 19 anwesenden Mitglieder im Posthotel Hofherr zwar die drohenden Sammelunterkünfte für Asylbewerber. Doch auf konkrete Aktionen oder auf Interventionen gegen diese einhellig als "unwürdig" angesehene Unterkünfte konnten sie sich nicht einigen.

Dafür waren sie sich bei der Wahl des Vorstands einig. Einstimmig wurde Caroline Ulbrich-Luderschmid, Ortssprecherin aus Dietramszell, als Sprecherin gewählt. Die 48-Jährige will nach eigenen Angaben alte Querelen ruhen lassen, in die Zukunft schauen, neue und vor allem junge Leute für die Grünen begeistern und sich dafür auch einen Ablaufplan überlegen. Andreas Morr, der als zweiter Sprecher ebenfalls einhellig gewählt wurde, hat hingegen hochfliegende Pläne als Landtagskandidat: "Wir Grüne werden das beste Ergebnis aller Zeiten einfahren", so seine Prognose.

Auf kommunaler Ebene will der 28-jährige Student und Gemeinderat in Bad Heilbrunn sich der Themen Pumpspeicherkraftwerk, Windräder - "ich bin absolut dafür", S-Bahn-Verlängerung und Schulpolitik annehmen. Energiepolitik ist auch der Problemkreis, um den sich der neue Schriftführer und Jurist Alexander Mante aus Greiling kümmern will. Kassier bleibt Franz X. Sailer aus Bad Tölz. Beate Paulerberg, Stadträtin in Geretsried, wurde als Beisitzerin neu in den Vorstand gewählt. Sie will, wie die neue Sprecherin, junge Leute für die Grünen gewinnen.

Paul Wildenauer, gegen den derzeit ein Parteiausschlussverfahren läuft, verzögerte zwar die Wahlen, indem er auf buchstabengetreues Procedere bestand. Doch seine Bewerbung als Abgesandter für die Landesdelegiertenkonferenz im April lief ins Leere. Er erhielt nur eine Stimme, möglicherweise seine eigene. Immerhin erreichte er, dass über die Asylpolitik diskutiert wurde, die nun auch den Landkreis erreicht hat. Wildenauer schlug Veranstaltungen gegen die zentrale Unterbringung von Asylbewerbern vor, und zwar schon bald. Das sahen die Versammelten anders. "Wir wollen keine Schnellschüsse bei diesem sensiblen Thema", unterstrich Morr. Er betonte jedoch, dass er "niemals für Sammelunterkünfte" stimme.

Einig waren sich die anwesenden Kreisgrünen, dass es in Sachen Einzelunterkünfte mehr Solidarität unter den Kommunen geben müsse. Einzelne, wie Bad Tölz oder Bad Heilbrunn, seien überlastet, die Ehrenamtlichen an ihre Belastungsgrenzen gekommen.

© SZ vom 16.03.2013 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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