Wie beurteilen Geretsrieder ihre Stadt? Passt schon, ist die Antwort, aber es gibt Luft nach oben. In Schulnoten ausgedrückt wäre das vielleicht eine 2 minus oder eine 2 bis 3. Bürgermeister Michael Müller (CSU) stellte in der letzten Stadtratssitzung des Jahres die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung "Dein Geretsried, Dein offenes Ohr" vor.
Während der vergangenen Sommermonate hatte der Rathauschef die Anwohner am Karl-Lederer-Platz, am Schulzentrum, in der Sudetenstraße, in Stein und in Gelting zum Dialog eingeladen. An der Veranstaltungsreihe nahmen 115 Bürgerinnen und Bürger aus der 26.000-Einwohner-Stadt teil, allerdings nur 25 Prozent vor Ort, der Rest machte bei der ebenfalls angebotenen Online-Befragung mit.
Und so schaut es aus mit der Zufriedenheit: Die Geretsrieder mögen ihre Stadt. Auf die Frage "Wie gut gefällt Ihnen Geretsried?" haben 70 Prozent gute Noten von 1 bis 3 gegeben. Auch wenn die Stadt zum Bummeln und Flanieren eher weniger einlädt. Die Aufenthaltsqualität schnitt nur durchschnittlich ab. Am besten gefällt den Geretsriedern die Natur und die Naherholung: 80 Prozent setzten hier ein Kreuzchen. Viel Lob heimsten auch das Sportangebot und das gute "soziale Miteinander" ein. Dass die Einkaufsmöglichkeiten ebenfalls mit "gut" bewertet wurden, wunderte den Bürgermeister, der das damit erklärte, dass die Befragten damit wohl die Nahversorgung und die Supermärkte gemeint hätten. "Wer bei uns spezifische Modegeschäfte sucht, wird weniger finden, hier müssen wir uns noch deutlich anstrengen", kommentierte er.
Die Bürger wünschen sich außerdem mehr Lokale und Gastronomie. Und während das Bildungsangebot noch im ordentlichen Mittelfeld rangiert, landeten das Kulturangebot und die Verkehrsanbindung auf den Plätzen weiter hinten. Letzteres wollte Müller nicht so stehen lassen, vor allem seit der X-Bus nach Bad Tölz und Starnberg hinzugekommen sei. "Unser Busverkehr ist kaum besser zu machen", sagte er. Kritik gab es außerdem für die mangelnde Begrünung im Zentrum. Mit nur 115 Teilnehmern sind die Ergebnisse der Befragung natürlich nicht repräsentativ. "Aber der Trend ist da", meinte Müller.