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Geretsried/Bad Tölz:Corona-Brief an Söder

Andreas Wagner (Linke) setzt sich für Flüchtlinge ein

Nachdem in den vergangenen Wochen immer wieder Corona-Ausbrüche in Flüchtlingsheimen festgestellt worden sind - darunter auch in Unterkünften in Geretsried und Bad Tölz - hat der Bundestagsabgeordnete Andreas Wagner (Linke) an Ministerpräsident Markus Söder (CSU) geschrieben. In dem Brief regt Wagner Maßnahmen an, um die Wohnsituation von Flüchtlingen zu verbessern.

Wagner schätzt, dass die Ausbreitung des Virus in Flüchtlingsunterkünften begünstigt wird, weil dort viele Menschen auf engem Raum zusammenleben und sich die Bewohner zum Beispiel auch die Sanitäranlagen teilen müssen. Der Geretsrieder Abgeordnete bezieht sich bei dieser Einschätzung auf das Robert-Koch-Institut. Um den Gesundheitsschutz zu verbessern und das Infektionsrisiko zu reduzieren, schlägt Wagner vor, die Wohnsituation von Flüchtlingen zu entzerren. "Ich halte eine dezentrale Unterbringung in Wohnungen für sinnvoll und notwendig", sagt Wagner. Man müsse deshalb prüfen, ob man die leer stehenden Zimmer in den Gemeinschaftsunterkünften nicht doch wieder beziehe. Es sei schließlich nicht sinnvoll, sechs Leute gemeinsam in ein Zimmer einzuquartieren, wenn nebenan womöglich ein Zimmer frei sei. Und auch Gebäude, die man während des großen Flüchtlingsstroms 2015 als Asylunterkunft akquiriert habe, die derzeit aber nicht genutzt würden, sollte man nun reaktivieren, findet Wagner.

In seinem Schreiben an Söder fordert Wagner auch eine stärkere Förderung des gemeinnützigen Wohnungsbaus. Das sei die einzige Möglichkeit, den dringend benötigten bezahlbaren Wohnraum für alle zu schaffen und den Wohnungsmarkt zu entspannen. Laut Bayerischer Verfassung, so der 48-Jährige, habe schließlich auch jeder Anspruch auf eine angemessene Wohnung.

© SZ vom 31.07.2020 / zif

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