Reden wir über:Vereine, die an Zäunen hängen

Lesezeit: 2 min

Reden wir über: Sandra Mader.

Sandra Mader.

(Foto: Privat/oh)

Eine Geretsrieder Baustellenabsperrung wird zur Informationsquelle.

Interview von Quirin Hacker, Geretsried

Eine steile Karriere hat ein Zaun am Karl-Lederer-Platz in Geretsried hingelegt: Von der schlichten Baustellenabsperrung zur Informationsquelle für die ganze Stadt zu einem ganz speziellen Thema: Vereine und ihre freiwilligen, unbezahlten Leistungen. Der sogenannte Ehrenamtszaun zeigt die Vielfalt Geretsrieds und informiert über Möglichkeiten, sich zu engagieren. Sandra Mader vom Quartiersmanagement Stein hat diesen besonderen Zaun gemeinsam mit ihrer Kollegin Natascha Siebert gestaltet.

SZ: Frau Mader, ist ein Zaun wirklich das beste Symbol, wenn es um Ehrenamt geht? Wäre da nicht eine Brücke besser geeignet gewesen?

Sandra Mader: Gute Frage! Wir haben uns da von einer anderen Gemeinde in Deutschland inspirieren lassen. Ich habe einmal ein Foto von einem Quartiersmanagement gesehen, die einen Engagement-Zaun hatten, so haben sie ihn genannt. Und irgendwie ist dieser Zaun bei mir hängen geblieben. Wir haben so viele Baustellen im Stadtgebiet und er sollte einfach dort sein, wo er gut sichtbar und zentral ist. Da kam uns der Bauzaun am Karl-Lederer-Platz gerade recht. Dieser steht da, ist gesichert und kann nicht bei Wind und Wetter umfallen. Dann nehmen wir doch das, was wir haben.

Können Sie kurz beschreiben, worum es bei dem Ehrenamtszaun überhaupt geht?

Die Idee dahinter war, dass wir uns anschauen wollen, wie vielfältig das Ehrenamt in der Stadt Geretsried ist. Also ganz konkret: Wenn ich hier wohne, wo kann ich mich denn eigentlich engagieren? Jeder Verein oder jede Einrichtung hat ein Din-A4-Blatt Platz bekommen, und auf dem stehen Infos zum Verein. Die nächste Frage war: Wie kann ich mich ganz konkret ehrenamtlich im Verein einbringen? Dann haben wir noch die Kontaktdaten aufgenommen. Also wenn man da am Ehrenamtszaun steht und sagt: 'Hey, das hört sich doch interessant an', dann kann man auch sofort Kontakt aufnehmen. Im Laufe des Jahres soll er an ganz verschiedene Stellen im Stadtgebiet wandern.

Welche Vereine hängen schon am Zaun?

Zum Beispiel der Asylhelferkreis oder die Radlwerkstatt, die zum Trägerverein gehören. Außerdem haben wir den 9-Uhr-Club, den Wasserball- und Schwimmverein 72 Geretsried. Es sind 25 Vereine, die jetzt dort hängen. Was uns noch ganz wichtig ist zu sagen: Er ist nicht vollständig. Wir wussten von Anfang an, dass wir das nicht abdecken können. Und jeder, der sagt: "Hey, mir fällt noch was ein, dieser Verein ist noch nicht dabei", einfach durchrufen bei uns, dann nehmen wir diesen mit auf.

Versprechen Sie sich von der Aktion, neue Ehrenamtliche zu finden?

Wir wollten vordergründig die Vielfalt im Stadtgebiet darstellen. Es ist ein bunter Bauzaun geworden. Natürlich ist dann der zweite Schritt die Gewinnung von neuen Ehrenamtlichen. Das ist ja auch das, wovon wir im Quartiersmanagement leben.

Welche Möglichkeiten gibt es über Geretsried hinaus, sich über Vereine und Ehrenämter zu informieren?

Margit Engl vom Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen hat die Ehrenamtskoordinationsstelle. Mit ihr waren wir im engen Austausch, sie hat den Ehrenamtszaun begrüßt. Sie hat uns auch eine Übersicht über die Vereine bereitgestellt und war während der Recherche immer als Ansprechpartnerin für uns da. Sie hat den großen Überblick über Ehrenamtsmöglichkeiten im Landkreis.

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