Süddeutsche Zeitung

Nach Geothermiebohrungen:Gasalarm in Geretsried

Bei einer Geothermiebohrung wurde in Geretsried eine Erdgasleitung demoliert. Eine Großeinsatz mit Evakuierung war die Folge.

Von Marie Heßlinger

Ausgerechnet die Suche nach regenerativer Energie hat am Freitag in Geretsried zu einem Gasleck und in der Folge zu einem Großeinsatz geführt. Denn bei Geothermiebohrungen wurde versehentlich eine Erdgasleitung beschädigt. Einsatzkräfte mussten daraufhin das Gebiet am Breslauer Weg evakuieren und die umliegenden Gebäude einzeln auf ihre Gaskonzentration prüfen. Um etwa 10.30 Uhr setzte das Geothermieunternehmen den Notruf ab. Die Feuerwehr stellte daraufhin an der Unfallstelle "eine relevante Konzentration des hochexplosiven Gases" fest, wie Polizeihauptkommissar Emanuel Luferseder erklärte. Etwa 50 Anwohner und Beschäftigte der umliegenden Gewerbebetriebe mussten daraufhin aus dem Gefahrenbereich gebracht werden. Nachdem die Zufuhr abgestellt war, strömte dennoch weiterhin Gas aus der Leitung. Mit einem Container fingen die Einsatzkräfte dieses auf. Der Energieversorger konnte den Gasaustritt dann zwar zügig stoppen. Im Anschluss daran mussten die Einsatzkräfte jedoch alle umliegenden Kellerräume einzeln auf ihre Gaskonzentration prüfen. Das Gas sei insbesondere in geschlossenen Räumen gefährlich, so die Polizei. Wäre das Gas etwa durch ein gekipptes Fenster in einen Kellerraum getreten und ein Bewohner hätte einen Lichtschalter bedient, hätte es zu einer Explosion kommen können. Aus diesem Grund ließen die Einsatzkräfte den Strom abstellen.

Etwa drei Stunden später konnten die zwölf Polizisten, 35 Feuerwehrmänner aus Geretsried und Königsdorf sowie Rettungskräfte des BRK den Einsatz beenden. Einsätze wegen beschädigter Gasleitungen gebe es häufiger, sagte der Sprecher der Polizei. Ein Einsatz wegen Geothermiebohrungen sei hingegen etwas Neues.

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Quelle:
SZ vom 12.06.2021 / mhes
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