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Gemeinderat: Beschluss:Hallenbad Ascholding bleibt in Betrieb

Höhere Eintrittspreise sollen das defizitäre Hallenbad in Ascholding retten. Von einer Schließung sieht der Gemeinderat ab - zumindest vorerst.

Petra Schneider

Das Hallenbad Ascholding bleibt erhalten, allerdings steigen die Gebühren: Vom kommenden Schuljahr an kostet etwa die Einzelkarte für Erwachsen fünf, statt bisher vier Euro. Kinder zahlen künftig 2,50 Euro statt bisher zwei Euro. Kräftig zur Kasse gebeten werden Schulen und Vereine: Je Doppelstunde müssen sie statt 51 Euro nun das Doppelte zahlen.

Das Hallenbad Ascholding ist gerettet - zumindest vorerst.

(Foto: Manfred Neubauer)

Der Gemeinderat folgte damit dem Antrag einer parteiübergreifenden Arbeitsgruppe unter Federführung von Ernst Ausfelder (CSU). Diese hatte konkrete Gebühren und Maßnahmen zur Rettung des defizitären Bades vorgelegt. "Als lediglich kostendeckend", verteidigte Ausfelder die massive Erhöhung für Schulen und Vereine. Der DLRG-Vorsitzende für den Ortsverband Schäftlarn-Wolfratshausen, Bernhard Link, äußerte sich erleichtert über den Erhalt des Hallenbads:"Wir müssten sonst für Ausbildung und Training viermal die Woche nach München, Penzberg oder Geretsried ausweichen."

Das wäre das Aus für den Verein und würde den Wasserrettungsdienst am Starnberger See gefährden. Die erhöhten Gebühren seien freilich problematisch, weil sie voll auf die Mitglieder umgelegt werden müssten. Dennoch sei für den Verein das Wichtigste, dass das Bad erhalten bleibe. Auch für die Schulen in Icking, Wolfratshausen, Münsing und Egling gebe es keine Alternative zum Ascholdinger Hallenbad, erklärte Ausfelder. Der stellvertretende Schulleiter am Ickinger Gymnasium, Hans Richter, betonte, seine Schule sei auf den Schwimmunterricht angewiesen. "Unsere Turnhalle reicht für den Schulsport angesichts steigender Schülerzahlen nicht aus."

Die Gebühren müsse das Landratsamt übernehmen. Diese werden künftig jährlich überprüft und "gegebenenfalls angepasst", so die Formulierung im Antrag. Zudem will die Gemeinde Nutzungszeiten an Gruppen vermieten, um Leerlaufzeiten zu beschränken. Um einen Weiterbetrieb dauerhaft zu sichern, erhielt der "Verein zur Erhaltung und Förderung des Hallenbads Ascholding" den Auftrag, bis zum Jahresende ein Konzept zu erarbeiten.

Dennoch behielt sich das Gremium vor, das Bad zu schließen, falls in den nächsten Jahren größere Investitionen nötig würden. Bis zum Schluss war der Erhalt des Hallenbads umstritten. So hatte etwa Hubert Prömmer (Grüne)betont: "Das ist der größte Zuschussposten im Hauhalt". Eine so kleine Gemeinde wie Dietramszell könne sich eben kein eigenes Hallenbad leisten. Die Mehrheit im Gemeinderat sah das anders.

© SZ vom 02.07.2010/tob
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