Funsport Bock aufs Bockerl

Bis zu 80 Stundenkilometer erreichen die Bockerl-Fahrer, wenn sie am Blomberg zu Tal sausen. Das Funsportgerät mit den drei kleinen Rädern ist eine Erfindung der Tölzer Thomas Eimansberger und Hans Gschwendtner.

(Foto: OH)

Ein Tölzer Verein richtet die bayerischen Meisterschaften der Mini-Schlitten am Blomberg aus. Da geht es mit bis zu 80 Sachen abwärts.

Von David Costanzo

Bockerl haben drei Räder, beschleunigen bis auf 80 Sachen - und es macht einen "Höllenspaß", sich damit einen Berg hinunterzustürzen, sagt Andreas Forster, der Vorsitzende des Bockerlclubs Isarwinkel. Der Tölzer Verein richtet am Sonntag, 8. Oktober, die bayerischen Meisterschaften am Blomberg aus. Dem Sieger winkt als Trophäe der bayerische Löwe aus Porzellan, gestiftet von Ministerpräsident Horst Seehofer. Denn die Bockerlfahrer sind ganz normale Mitglieder im Landessportverband, auch wenn immer noch kaum einer die Disziplin kennt - zumindest jenseits von Bad Tölz.

Denn Bockerl sind eine Erfindung aus der Kreisstadt: Vor rund 15 Jahren hatten beiden Tölzer Thomas Eimansberger und Hans Gschwendtner die Idee, eine Abstiegshilfe vom Berg zu bauen. Hoch marschieren und runter sausen: "Schließlich ist Absteigen nicht das, was beim Wandern Spaß macht", sagt Vorsitzender Forster, von Beruf Arzt. "Es macht die Gelenke kaputt - und wenn man fahren kann, bekommt man Kinder viel eher dazu, mit auf den Berg zu gehen." So entstanden 26 Zentimeter flache Schlitten mit Mini-Sitz, Haltegriff und drei Rädern. Das mittlere ist größer als die anderen beiden, so dass der Fahrer durch Verlagerung des Gewichts lenken kann. Dazu gibt es hydraulische Bremsen vom Mountainbike.

Die Rennstrecke am Blomberg wird auf 3,2 Kilometern auf der Forststraße eingerichtet, 320 Meter beträgt der Höhenunterschied. Die Teilnehmer starten von 11 Uhr an in mehreren Gruppen: Kinder unter 10 Jahre, Mädchen und Jungen unter 15 getrennt sowie ältere Damen und Herren, jeweils in zwei Läufen. Fahrer aus Österreich und der Schweiz haben sich angesagt.

Kurz vor dem Ziel wartet die Tempomessung, aber auch die "Rausfliegkurve", wie der Club sie nennt. "Sie ist sehr scharf, und man kommt ziemlich schnell an", sagt Forster. Etliche Rennfahrer sind da schon im Graben gelandet. Ernsthafte Verletzungen habe es aber noch nicht gegeben, manch eine Schürfwunde dagegen schon. Der Streckenrekord liegt bei knapp zwei Minuten, die Spitzengeschwindigkeit hält Forsters Sohn, der 23-jährige Anian, mehrfacher bayerischer Bockerl-Meister.

Informationen unter www.bockerlclub.de, Anmeldung per E-Mail an info@bockerlclub.de oder am Renntag bis 10.30 Uhr